Nachhaltigkeit umgesetzt: Dominic von fossil-free

Die Mitglieder von fossil free in Basel engegieren sich für Divestment aus fossilen Brennstoffen

Auch nach der Filmreihe des Amts für Umwelt und Energie (AUE) in Basel, “Kraft der Lokalen“, haben mich die Vorbilder des AUE nicht losgelassen. So viele Menschen, die sich in verschiedensten Bereichen engagieren, um eine nachhaltige Entwicklung voran zu treiben – da kann ich nicht anders: Ich habe mich mit weiteren Vorbildern getroffen und sie nach dem aktuellen Stand ihres Engagements gefragt und wie sie es schaffen es in ihren Alltag zu integrieren.

Dieses Mal habe ich mich anlässlich der zurzeit stattfindenden Klimakonferenz in Katowice mit Dominic vom Verein fossil-free getroffen.

Dominics Engagement bei fossil-free

Was beinhaltet das Projekt fossil-free?

Fossil-free ist ein Verein und Teil einer globalen Kampagne, die von der Umweltorganisation 350.org ins Leben gerufen worden ist. Wir sind in der Schweiz vor allem in Zürich aktiv. Ich bearbeite mit ein paar Mitstreiterinnen den Raum Basel mit besonderem Augenmerk auf die Pensionskasse Basel-Stadt.Es gibt auch noch Gruppen zum Beispiel in der Romandie.

Penstionskasse Basel-Stadt schluss mit fossilen Brennstoffen
Was ist das Ziel eures Engagements?

Wir wollen Divestment aus fossilen Brennstoffen gezielt lokal vorantreiben und auf wichtige Investoren wie Pensionskassen zugehen, um sie vom Divestment zu überzeugen. So können wir pro Region fokussiert vorgehen und dies überall auf der Welt bzw. überall dort, wo wir schon aktiv sind. Wir fordern von den jeweiligen Unternehmen oder Institutionen, dass sie ihre Investitionen in fossile Brennstoffe stoppen.

Wie kam es zu deinem Engagement bei fossil-free und seit wann bist du dabei?

Die Kampagne wurde 2012 in den USA ins Leben gerufen und ist seit 2015 weltweit aktiv.

Ich habe vor vier Jahren das Buch “This Changes Everything – Capitalism vs. The Climate” von Naomi Klein gelesen und gleichzeitig bin ich Vater geworden. Diese Kombination hat mich dazu angeregt aktiv zu werden. Ich bin dann durch 350.org auf die Divestment-Kampagne aufmerksam geworden und habe online nach Aktivitäten in der Schweiz gesucht. Auf der fossil-free Website bin ich dann auf den Klimatag, anlässlich der Pariser Klimakonferenz aufmerksam geworden und habe an diesem Anlass in Zürich die Vereinsmitglieder direkt angesprochen und gefragt, ob ich sie unterstützen kann. Seitdem bin ich dabei und kümmere mich vor allem darum, dass die Pensionskasse Basel-Stadt ihre Investments aus fossilen Brennstoffen abzieht.

fossil-free fordert Divestment der Pensionskasse Basel-Stadt

Heutige Situation

Wie läuft es heute bei fossil-free in Basel?

Das Projekt läuft gut und wir sind immer wieder aktiv. Natürlich gibt es Phasen, in denen wir mal mehr und mal weniger für die Kampagne unternehmen aber das liegt in der Natur der Freiwilligenarbeit. Es gab ein Jahr, in dem etwas weniger gelaufen ist und sich die Situation für den Verein weiterentwickelt hat aber nun sind wir wieder aktiv.

Wie hat sich das Projekt im Laufe der Zeit verändert?

Es gab immer wieder Schwankungen in der Anzahl von Personen, die uns unterstützt haben aber unser Kern-Team aus drei Personen ist stabil geblieben und wir sind alle immer noch sehr motiviert und aktiv. Wir freuen uns immer über Unterstützer/-innen, auch für eine etwas kürzere Dauer.

Verein fossil-free in Basel

Gab es in der Zwischenzeit Durchbrüche/Erfolge?

Ja, letztes Jahr haben wir uns an Versicherte der PKBS (Pensionskasse Basel-Stadt) gewendet und mit ihnen zusammen eine Petition auf die Beine gestellt, in der Versicherte selbst fordern, dass die PKBS aus dem Investment in fossile Brennstoffe aussteigt.

Wir haben dann eine Übergabe mit der Geschäftsführung der PKBS vereinbart und konnten uns in einem offenen Gespräch auf Augenhöhe mit ihnen austauschen, unsere Forderungen anbringen und über Divestment-Strategien diskutieren.

Ein weiteres tolles Erlebnis für mich war zu sehen, wie kurz die Wege in Basel sein können. Ich hatte Kontakt mit Politikern, die sich für das Thema einsetzen und konnte beim VPOD (Gewerkschaft für Staatsangestellte) einen Vortrag zu Divestment halten und danach wurde direkt eine Resolution verfasst, um das Thema zu unterstützen.

Gab es auch Herausforderungen oder Rückschläge?

Man muss den Druck stets hoch halten, damit sich etwas ändert. Das ist eine ständige Herausforderung, macht unsere Arbeit aber auch so wichtig. Wir agieren auch nicht alleine, sondern sind zum Beispiel Teil der Klimaallianz, in der sichviele Organisationen zusammengeschlossen haben, um den Klimaschutz in der Schweiz voranzutreiben und die sich für Divestment einsetzt. So wird der Druck aus vielen verschiedenen Richtungen aufrechterhalten. Es läuft also an den unterschiedlichsten Stellen etwas zum Thema Divestment. Unser Beitrag ist dann oft auch zu zeigen, dass die angesprochenen Organisationen/Institutionen nicht alleine sind, sondern es viele Beispiele aus unterschiedlichen Ländern gibt, welche bereits vollständig aus Investitionen in fossile Brennstoffe ausgestiegen sind (nachzulesen unter: https://gofossilfree.org/divestment/commitments/). Zudem wird die Gewichtung unserer Forderungen durch die Verbindung mit einer globalen Kampagne meist grösser.

Herausfordernd ist auch, dass die Unternehmen und Institutionen, die wir ansprechen immer auf Zeit spielen. Davon haben wir leider, was den Klimawandel betrifft, immer weniger.

Engagement als Nebenberuf(-ung)

Was machst du wenn du nicht gerade Institutionen vom Divestment überzeugst?

Ich bin Lehrer an einem Gymnasium und Vater von zwei Kindern J

Wie lässt sich freiwilliges Engagement ins Leben integrieren?

Ich würde sagen, wenn man eine Gruppe von Leuten findet, mit denen es Spass macht sich zu engagieren, dann ist es einfach das in sein Leben zu integrieren auch wenn man vollberuflich tätig ist und Familie hat. Vor allem merkt man in einer Gruppe auch, dass man gemeinsam wirklich etwas bewirken kann und vor allem schneller etwas bewegen und lösen kann. Sich in eine Gemeinschaft zu begeben, die sich einem Engagement widmet, hilft die Schockstarre zu überwinden, die man vielleicht hat, wenn man den neusten IPCC Bericht liest und einem die Dringlichkeit des Handelns bewusst wird. Zudem ist Spass beim Engagement für ein solches Thema wichtig, weil man sonst eventuell schnell frustriert ist und das Engagement nicht aufrecht erhält, was jedoch essentiell ist.

Es ist schwierig pauschal einen Tipp zu geben, wie man freiwilliges Engagement in sein Leben integrieren kann, da jeder anders ist. Ich tausche mich zum Beispiel sehr gerne mit Leuten aus, spreche aber ungern Fremde auf der Strasse an, um ihnen zum Beispiel Flyer zu geben.

Kommende Veranstaltungen von fossil-free

Im Veranstaltungskalender auf der fossil-free Website kann man sich über die aktuellen Veranstaltungen informieren.

Unabhängig von fossil-free haben ein paar Leute, die ich durch fossil-free kennengelernt habe den “Klimaznacht” ins Leben gerufen. Zu diesem Abendessen ist jeder herzlich willkommen und wir sprechen, wie der Name schon sagt, bei einem Abendessen über Klima-Themen und suchen nach neuen Ideen und Wegen aktiv zu werden.

Nachhaltigkeit umgesetzt: Esther, Samuel und die Climate Changers

Anders als bei den vorhergehenden Filmen der Reihe “Kraft der Lokalen“, “Das Wunder von Mals” mit Felix und “Zeit für Utopien” mit Aaron und Till, konnte ich diesmal direkt mit den Filmproduzenten sprechen.

Samuel, freischaffender Journalist, der sich überwiegend mit Themen in Bezug auf Umwelt und nachhaltige Entwicklung befasst, erzählte Esther, Grafikdesignerin und Filmemacherin, bei einem Mittagessen von seinem Vorhaben. Es ist 2015 und er will nach Paris, um die historische Klimakonferenz COP21 zu dokumentieren, die zu einem neuen internationalen Klimavertrag führen soll. Das Mittagessen findet zwei Wochen davor statt und Esther ist sofort Feuer und Flamme für die Idee, Samuels Vorhaben filmisch zu begleiten.

Die beiden haben nicht die offizielle Klimakonferenz innerhalb der Hallen dokumentiert, sondern die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten auf der Strasse.

Rote Rosen vor dem Eifelturm als Symbol der COP21 Bewegung

Die Klimakonferenz in den Pariser Strassen

Tausende Aktivisten, Gruppen verschiedenster Art, Workshops, Präsentationen, Flash Mobs – alles fand auf den Pariser Strassen, abseits der Diskussionen der Konferenzteilnehmer statt. Esther und Samuel zeigen in ihrem Film “The Climate Changers”, eindrucksvoll und teilweise sehr ergreifend, die Stimmen und Motive derjenigen, die Handeln und sich nicht mehr nur Gedanken machen wollen. Gedanken um ca. 26 Millionen Klimaflüchtlinge pro Jahr, gravierende ökologische Konsequenzen des Klimawandels wie Fluten, Dürren und Stürme sowie über mögliche Lösungen, die jeder Einzelne umsetzen kann.

Man hat den Eindruck, dass die Leute auf den Strassen von Paris die Dringlichkeit der Situation verstanden haben und statt nur zu diskutieren, auch handeln wollen. Und zwar jetzt.

Alle gehen auf die Strasse

Klimawandel ist schon lange kein rein ökologisches Problem mehr. Es betrifft Umwelt, Wirtschaft und Menschen in gleichem Ausmass. In diesem Zusammenhang fällt oft das Wort “Klimagerechtigkeit“.

Für Klimagerechtigkeit

Studenten, Fracking-Geschockte und –Geschädigte, Gläubige, Blogger, Journalisten, Interessierte, Engagierte, Aktivisten, Idealisten. Ihre Projekte und Motive sind so unterschiedlich, dass man kaum glauben kann, dass sie alle auf verschiedensten Wegen ein gemeinsames Ziel verfolgen und sich darüber absolut einig sind:

Für Klimagerechtigkeit sorgen und die Welt vor einer Erwärmung von über 1.5 Grad bewahren.

 

Wenn nicht wir, wer dann?

Ob “Sustaina Clause”, Zero-Waste-Aktivist aus Afrika, Ex-Politiker von den Philippinen, #muslims4climate, Gegner des Damm-Baus in Brasilien, Unterstützer der indigenen Gruppen in Indonesien oder bekannte Künstler – alle wissen um die Klima-Problematik und keiner von ihnen stellt sich überhaupt noch die Frage ob oder was man machen sollte – Lösungen müssen her.

Die Bilder, Worte und Stimmungen, die Esther und Samuel im Film “Climate Changers” festgehalten haben sind eindrücklich und motivierend. Doch im Laufe des Films kommt die Frage auf: Was bleibt davon? Wie kann diese Aufbruchsstimmung aufrechterhalten werden? Vor 3 Jahren standen alle Zeichen auf Hoffnung. Heute, kurz vor der nächsten Klimakonferenz in Polen, mit einem amerikanischen Präsident, der den Pariser Vertrag kündigen will, vielen konservativen politischen Bewegungen, die uns an eine düstere Zeit erinnern und einer Wirtschaft, die es noch nicht schafft ein langfristiges Denken zu entwickeln, machen sich Frust und Ernüchterung breit.

Für etwsa einstehen und handeln

Wenn ich so darüber nachdenke – das ist irgendwie immer so mit wichtigen Dingen. Sie fallen einem nicht in den Schoss. Man muss sich anstrengen, beharrlich sein, durchhalten. Es wird immer, in jeder wichtigen Sache unseres Lebens, Höhen und Tiefen geben. Das ist völlig normal. Wichtig ist einzig und allein nicht aufzugeben. Den Idealismus am Leben zu erhalten.

Diese – ja man könnte schon fast sagen Lebensweisheit – lässt sich auf das gesamte Leben anwenden. Auch ich muss mich immer wieder motivieren engagiert zu bleiben und mich nicht auf die faule Haut zu legen und mir dabei zu denken: “Die anderen kümmern sich schon darum.”

Es kommt darauf an, ob wir alle Climate Changers werden oder nicht

Die Euphorie von Paris mag verflogen sein, doch durch “Climate Changers” werden wir daran erinnert und bleiben motiviert. Die regionalen Bewegungen bestehen weiterhin. Esther und Samuel werden bald ein weiteres Filmprojekt abschliessen, BaselWandel wird viele weitere Projekte unterstützen, die Lebensmittelkampagne wird Kleinbauern gerechte Preise ermöglichen und der Hambacher Forst wird nicht abgeholzt.

Was einzelne Personen erreichen können, zeigen nicht nur die Vorbilder des AUE, sondern auch Esther und Samuel in ihrem nächsten Film. Die beiden haben David Höner, den Gründer von “Cuisine sans frontières” (Küche ohne Grenzen) bei seiner Arbeit in Ecuador begleitet. Sie zeigen die Zerstörung durch die Erdölindustrie im Amazonasgebiet und fragen nach möglichen Alternativen. Zugleich porträtieren sie einen Mann, der mit einer Idee, seiner Erfahrung und einem Netzwerk von lokalen Helfern Alternativen für die indigenen Gruppen vor Ort schaffen will.

“Es braucht viele kleine Teilchen, die sich bewegen, damit das Wasser zu kochen beginnt” Esther Petsche

Gesellschaftlicher Wandel vollzieht sich nicht durch ein Wochenende vollgepackt mit Demonstrationen, ein paar Klimakonferenzen oder vielen grossen Worten, die zu Lebensweisheiten zusammengeschmiedet werden.

Nein. So funktioniert das leider nicht.

Es ist, wie schon gesagt, nicht so einfach. Wandel ist manchmal leise, manchmal laut. Mal macht er grosse Sprünge, oft kleine Schritte. Das Wichtigste, was einen Wandel per Definition ausmacht, ist langanhaltende Veränderung. Ein langer Atem. Nicht aufgeben. An das glauben, was man tut und für was man sich einsetzt. Wenn wir das in unserem Leben durchziehen und der nächsten Generation glaubwürdig mitgeben können – dann denken ich haben wir alle eine Chance.

Um “Sustaina Clause” aus dem Film sinngemäss zu zitieren:
“Es geht um dich und das was du mit deinem Leben machst.”

Egal wofür euer Herz schlägt, bleibt dran!

Eure Kimi

Nachhaltigkeit umgesetzt: Aaron, Till und die Utopien

Zeit für Utopien bei BaselWandel

Mein zweiter Beitrag der Serie „Nachhaltigkeit umgesetzt“ bezieht sich wieder auf einen Film,   den ich zusammen mit Aaron und Till vom Verein BaselWandel im Quartiertreffpunkt Lola gesehen habe. Auch diese Filmvorführung mit anschliessender Diskussion wurde vom AUE (Amt für Umwelt und Energie Basel) organisiert. Die Filmreihe heisst “Die Kraft der Lokalen – Filme und Gespräche übe die Welt von morgen” und endet am 24. Oktober mit der letzten Vorführung, ebenfalls im Lola.

BaselWandel ist ein Netzwerk, das Begegnungen schafft. Für Leute mit Ambitionen und Projekten aus verschiedenen Kontexten, die sich austauschen und einander unterstützen wollen. Der Verein versteht sich auch als offene Plattform für die Umsetzung von Ideen, die sich auf Vernetzung, Information oder Unterstützung beziehen. Somit fördert der Verein viele kleine Utopien, die alle im Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung stehen. Im Verein sind zurzeit ca. 80 Personen und 10 Organisationen Mitglied.

BaselWandel lässt sich gut über drei Säulen beschreiben:

  1. Vernetzung von verschiedenen Organisationen und Aussenstehenden, um Synergien und Inspiration zu schaffen.
  2. Informationsplattform, um die Öffentlichkeit über die Projekte und Organisationen zu informieren. Zu diesem Zweck gibt es bald einen neuen Webauftritt vom Verein mit Organisationsprofilen und Beschreibungen der einzelnen Projekte.
  3. Unterstützung durch Räumlichkeiten, Know-How und mittelfristig auch durch Workshops bieten.

Auf die Frage, wie die beiden ihr Engagement bei BaselWandel mit ihrem Beruf unter einen Hut bekommen, haben beide eine klare gemeinsame Antwort: Es braucht Leidenschaft und Herzblut. Ohne das wird man sich nicht dauerhaft einsetzen, da es einem kein wirkliches Anliegen ist.

Zeit für Utopien gibt es bei BaselWandel zum Beispiel jeden ersten Montag im Monat in der Müllheimerstrasse 77, 4057 Basel. Dann werden Projekte vorgestellt und in einer offenen Runde diskutiert. Man bekommt neue Inputs und kann sein Netzwerk ausbauen. Mich werdet ihr dort sicher auch demnächst treffen können 😊

Weitere Veranstaltungen sind gerade in Planung. Am besten abonniert ihr den BaselWandel Newsletter oder schaut auf der BaselWandel facebook Seite vorbei, denn da läuft in naher Zukunft einiges!

Film ab! Revival der Kleinbauern

Nein, der Film philosophiert nicht über eine Welt, in der alles rosig ist und die wir wahrscheinlich nie erreichen werden. Im Gegenteil. Der Film zeigt ganz konkret, wie eine etwas utopischere, im Sinne von bessere, Welt heute schon aussieht.

Der Film beginnt mit der Geschichte einer Aussteigerin. Eine ehemalige Angestellte, die nicht mehr damit weitermachen konnte sich für einen Konzern und dessen Produkte aufzuopfern. Stattdessen stellte sie irgendwann ihr eigenes Wohl und das einer Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Sie begann einem Bauer-Ehepaar bei der Bewirtschaftung ihres Hofladens und ihrer Ziegenherde zu helfen. Sie sieht glücklich aus. Das kann natürlich täuschen. Immerhin ist es ein Film. Doch die Sätze die fallen bleiben lange in meinem Gedächtnis:

Ich will Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems.

Sie beschreibt ihre jetzige Situation nicht mit dem Wort „Verzicht“, sondern mit „innerem Reichtum“.

Der Film geht über zu weiteren Beispielen, in denen die Menschen etwas anders machen. Sich nicht vom vorherrschenden System mitreissen lassen, sondern ihr eigenes Ding durchziehen. Egal ob Ex-Angestellte aus Bayern oder knapp 3 Millionen Bewohner aus Südkorea: Sie alle unterstützen kleinbäuerliche Strukturen und sorgen für faire Preise, sodass die Kleinbauern und Fischer ihre biologischen Anbaumethoden weiter fortsetzen können. Diese fairen Preise sind vor allem dann möglich, wenn Verbraucher und Erzeuger direkt in einen Verarbeitungsbetrieb investieren – ohne Mittelsmänner/-frauen. Die Marge ist dann nämlich nicht der wichtigste Faktor, der jede Handlung bestimmt.

Zusammen leben

Nicht erst seit dem Pariser Abkommen ist einer breiteren Bevölkerung klar, dass die CO2 Reduktionsleistungen, die wir umsetzen müssen, um katastrophale Auswirkungen zu mindern, ein enormes Umdenken verlangen. Das was wir vollbringen müssen, um unsere Welt für unsere Kinder und deren Kinder zu erhalten, ist mit dem heutigen System und mit dem heute immer noch vorherrschenden Denken nicht umsetzbar.

Die Kalkbreite in Zürich zeigt eine alternative Art des Zusammenlebens, die im wahrsten Sinne des Wortes „zusammen leben“ bedeutet. Mehr gemeinschaftlicher als privater Raum, die allgemeine Ablehnung ein Auto zu besitzen und Entscheidungen, die gemeinsam für die Gemeinschaft getroffen werden. Für manche hört sich das tatsächlich nach Utopie an. Mich hat es zunächst kurz abgeschreckt. Ich mag es, mich zurückziehen zu können, keine Verpflichtungen anderen gegenüber zu haben und nicht alles immer erst diskutieren zu müssen, bevor entschieden wird. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um Dinge, die alle betreffen. Wenn ich mir das klar mache, macht es absolut Sinn in einer Gemeinschaft zu leben. Natürlich gibt es auch hier, wie überall, Vor- und Nachteile, doch es scheint, als ob die Vorteile für die Bewohner klar überwiegen.

Wenn ich so weiter darüber nachdenke: Wie cool wäre es mit meinen besten Freunden in einem Mehrfamilienhaus oder mehreren Häusern nebeneinander zu wohnen. Da wär‘ ich sofort dabei. Man kann sich gegenseitig helfen, zusammen feiern und Projekte umsetzen – und wenn man mal die Nase voll hat, zieht man sich einfach in seine eigenen 4 Wände zurück. Wie viel einfacher es dann zum Beispiel wäre Kinder aufzuziehen… wie früher, als man noch in Familiengemeinschaften mit mehreren Generationen zusammengelebt hat.

Post-Wachstums-Ökonomie & Kooperativen

Es fallen auch komplexe Wörter im Film „Zeit für Utopien“. Zum Beispiel Post-Wachstums-Ökonomie. Eine sympathische Frau erklärt in den „heiligen Hallen“ der Frankfurter Börse, dass der Kapitalismus an sein Ende kommen wird. Sie sieht nicht aus wie ein Hippie oder ein Punk. In Ihrer Stimme liegt Sicherheit und Bestimmtheit. Sie verdeutlicht: Die Brücke zwischen Kapitalismus, der durch knappe Ressourcen keine Zukunft hat, und Post-Wachstums-Ökonomie ist zurzeit noch nicht modelliert. Noch einfacher gesagt:

Der Bremsweg ist nicht bekannt. Nur dass wir bremsen müssen weiss jeder.

Durch diese Wissenslücke entsteht Unsicherheit, denn eine Vollbremsung hätte eine sehr grosse Wirtschaftslücke zur Folge.

Eine Bewegung, die sich an vielen verschiedenen Orten zeigt, könnte den Bremsweg einleiten: Kooperativen. Im Film wird eine Teefabrik in Frankreich gezeigt, die um ihre Selbstverwaltung gekämpft und gewonnen hat, zudem begleitet man eine Mitarbeiterin von Fairphone auf ihrem Weg zu verschiedenen Kooperativen in Afrika. Diese beiden Beispiele zeigen mir: Moderne Produktionsbedingungen, in denen die Aufgaben und Umstände von oben diktiert werden, entfremden die Menschen von ihrer Arbeit.

Joachim Bauer, Neurowissenschaftler, erklärt das im Film mit dem Wort „Resonanz“.

Resonanz erfährt man, wenn man als Handwerker ein Produkt herstellt und das Ergebnis betrachtet – oder wenn Menschen kooperieren.

Kooperation ist das Schlüsselwort in diesem Film. Ob kooperiert wird, damit man mehr Selbstbestimmung im Job erlangt, man statt 30% faire 95% des Goldpreises erhält, welches im weiteren Verlauf in Smartphones eingebaut wird oder eine gemeinschaftliche Landwirtschaft aufbaut, wie die Gemeinschaft „Ochsenherz“ in Wien – Kooperation ist eigentlich unser default setting, unsere Standardeinstellung.

Menschen sind intuitiv kooperativ.

So Joachim Bauer.

Erst durch Angst und übergreifender Konkurrenz werden wir zu Egoisten. Dabei startet eine Abwärtsspirale, denn diese Rahmenbedingungen erzeugen Dauerstress und wir wissen unterbewusst, dass wir durch egoistisches Handeln die Welt ruinieren.

Das leuchtet mir ein. Ich bin keine Maschine. Du auch nicht. Wir brauchen Zufriedenheit in unserem Leben und zwar auf einer anderen Ebene als Profit.

Fazit: Her mit den Utopien!

Ohne Utopien oder Vorstellungen von Utopien und Menschen, die daran glauben und dafür kämpfen hätte es wohl nie die Abschaffung der Apartheid gegeben, keine Gleichberechtigung und auch keine Vereine wie BaselWandel.

Für Aaron ist Konsens ein guter Startpunkt für Utopien. Till stellt in seiner persönlichen Utopie den Menschen in den Vordergrund: Andere als Menschen sehen. Unabhängig von ihrer Rolle und der jeweiligen Situation.

Wir brauchen Utopien, denn dabei kann eine andere, bessere Welt entstehen.

Noch eine Chance auf „Kraft der Lokalen“

Ich würde mich freuen euch beim letzten Film der Filmreihe „Kraft der Lokalen“ zu treffen. Der Eintritt ist gratis und die Atmosphäre sehr gemütlich und inspirierend:

Mittwoch, 24.10.2018 „The Climate Changers“

Bis Mittwoch und immer schön utopisch bleiben,

Eure Kimi

Wirtschaft sollte sich im Kreis drehen – KimiB.Good #2

Kreisförmige Strasse in einem Waldstück aus Vogelperspektive

Hier geht’s zum Podcast zur Folge “Kreislaufwirtschaft”

In der 1. Folge von KimiB.Good habe ich über Abfallreduktion, Recycling und Abfallvermeidung geschrieben bzw. mich mit mehreren Personen dazu unterhalten. Eine Frage hat mich allerdings auch nach meinen Recherchen und den Interviews nicht losgelassen:

Warum werfen wir überhaupt Materialien weg?

Auf der Suche nach Antworten zu dieser Frage, bin ich auf das Thema Kreisläufe und Kreislaufwirtschaft gestossen. Ich habe den Begriff “Kreislauf” sofort mit den Kreisläufen in der Natur verbunden. Ein Blatt zum Beispiel hat einen natürlichen Kreislauf, den man auch Lebenszyklus nennt. Es wächst am Baum von der Knospe zum Blatt heran, fällt im Herbst auf den Boden, wird durch Insekten und Bakterien zu Erde, um dann seine Nährstoffe dem Baum wieder zur Produktion von neuen Blättern zur Verfügung zu stellen.

Grafik die Kreislauf- und Linien-Wirtschaft verdeutlicht
Quelle: BAFU 2016

Man könnte also sagen, das Blatt stellt seine Wiedergeburt sicher.

Kreislaufwirtschaft bedeutet nichts anderes: Die in einem Produkt  verwendeten Rohstoffe werden über seinen Lebenszyklus hinaus wieder möglichst vollständig dem Produktionsprozess zugeführt, wobei es das Ziel ist, die Ergiebigkeit oder Nachhaltigkeit dieser Ressourcen zu verbessern. Eine 100%ige Rückführung ist, ganz nach dem Motto “ein bisschen Schwund ist immer”, eher utopisch. Aber das, was wir heute mit den Produkten machen, die wir immer wieder kaufen, geht meilenweit an Utopie vorbei.

Schematische Grafik zur Verdeutlichung von Kreislaufwirtschaft
Quelle: BAFU 2016

Das weit verbreitete Verständnis von Wirtschaft ähnelt eher einer Linie.

Ressourcen werden gefördert, Arbeit wird erbracht und das Ganze wird zu Produkten verarbeitet. Dies geschieht innerhalb eine Wertschöpfungskette eines Produkts: Durch jeden Arbeitsschritt, wird der Wert des Produkts erhöht. Diese Produkte werden von uns gekauft und genutzt. Sind sie abgenutzt oder brauchen wir sie schlicht und einfach nicht mehr, werden sie entsorgt. Dabei werden ökonomische, umwelttechnische und soziale Kosten der Produkte verkannt und mit dem Produkt einfach ins Jenseits befördert.

Die guten Nachrichten

Die heutige Schweizer Abfallwirtschaft ist ein gut funktionierendes Gesamtsystem und viele Stoffkreisläufe sind durch gut etablierte Rücklauf- und Verwertungssysteme weitgehend geschlossen, wie beispielsweise bei Getränkeverpackungen, Papier oder Altmetallen. Es bestehen jedoch bei der Schonung der natürlichen Ressourcen durch die Abfallwirtschaft noch Lücken und ungenutzte Potenziale. Verbessern kann sich die Schweiz insbesondere in den Bereichen Bauabfälle, Kunststoffe, Phosphor und seltene technische Metalle.

Kurzer Einschub: Zum Thema seltene technische Metalle lohnt sich ein Blick auf das Fairphone, solltet ihr gerade darüber nachdenken, ein neues Handy zu kaufen.

Es geht voran

Es bewegt sich etwas. Grünes Wirtschaften ist trotz abgelehnter Initiative (eventuell hier Initiative in einer Klammerbemerkung nennen, das mögen Schweizer) ein Zukunftsmodell und wird nicht nur diskutiert, sondern teilweise auch schon umgesetzt. Vom kleinen Start-Up, über den neu gegründeten Verein, zum grossen Konzern, alle denken darüber nach. Das ist ein erster, wichtiger Schritt. Als Beispiele lassen sich hier der Verein “Go for Impact” oder die Start-Ups Kreislauf.bio (Interview mit Roger im Podcast zum Thema Kreislaufwirtschaft) oder Stadtpilze.ch nennen.

Vorteile einer Kreislaufwirtschaft

Ich bleibe beim Positiven und unterstreiche, was die Vorteile eines kreisförmigen Wirtschaftssystems sind:

  • Unabhängigkeit des Wirtschaftswachstums von einer immer stärkeren Nutzung von Ressourcen
  • Senkung der Umweltbelastungen, die durch Abbau und Verwendung nicht erneuerbarer Ressourcen und Abfallbeseitigung entstehen
  • Möglichkeiten, Umsätze weniger durch den Verkauf von Produkten und mehr durch das Anbieten von Dienstleistungen zu generieren
  • Höhere Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle
  • Signifikanter Beitrag zur Minderung des Klimawandels durch drastische Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung und Entsorgung (z.B. Verbrennung) von Produkten
  • Höhere Ressourcensicherheit, da weniger benötigt werden, und sinkende Abhängigkeiten von Importen dank niedrigerem Rohstoffbedarf
  • Ökonomische Vorteile: Neue Möglichkeiten für Wachstum und Innovation sowie Einsparungen aufgrund höherer Ressourceneffizienz
  • Soziale Vorteile, zum Beispiel Schaffung neuer Arbeitsplätze für alle Kompetenzniveaus und Veränderungen im Konsumentenverhalten
    (Quelle: Green Facts und Urbact 2018)

Warum ist dann noch alles in Linie aufgebaut?

So viele Vorteile – warum läuft dann immer noch alles wie bisher? Es gibt neben den deutlichen Vorteilen auch einige nicht unerhebliche Hindernisse, die die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft beeinträchtigen:

  • Ineffiziente Vorschriften zur Förderung der Wirtschaft, wie z.B. Subventionen für erneuerbare Energien, Emissionshandel, die Ökodesign-Richtlinie, Energieeffizienznormen und Zielvorgaben für das Recycling von Materialien
  • Preise spiegeln nicht den wahren Gesamtwert der Waren und Dienstleistungen wider. Die Preisbildung ist ein komplexer Prozess, auf den verschiedene Faktoren einen Einfluss haben, nicht nur der Wert der Sache oder Dienstleistung, den wir ihr zuschreiben würden. Daher sind Preise auch nicht geeignet, über die Knappheit der Ressourcen Auskunft zu geben.
  • Politische Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit müssen erst mal davon überzeugt werden, dass ein alteingesessenes Wirtschaftssystem einer kompletten Umkremplung bedarf und die absoluten physikalischen Grenzen der nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen nach Handlung verlangen
  • Geeignete Marktsignale entwickeln, damit z.B. Preise den Ressourcenverbrauch eines Produkts widerspiegeln können
  • Vor allem Entscheidungsträgern verständlich machen, dass Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch eine notwendige Vorbedingung für die Senkung von globalen sozialen Ungerechtigkeiten ist und Vereinbarungen zustande bringen, ist keine leichte Aufgabe
  • Weil Materialien tendenziell günstiger und die Herstellungsprozesse effizienter geworden sind, herrscht in der Wirtschaft eine Wegwerfmentalität. Langlebigkeit eines Produkts ist eher ein Nachteil. Finanziell mag sich das für Produzenten und Konsumenten auf kurze Sicht auszahlen, die Kosten hat allerdings die Umwelt zu tragen, die uns alle auf lange Sicht beeinflusst oder besser gesagt, am Leben hält
  • Rebounding-Effekt, was in diesem Zusammenhang vereinfacht gesagt bedeutet: Ich spare zum Beispiel durch die Anschaffung eines Elektroautos so viel CO2 ein, dass ich mir ein paar Flüge mehr im Jahr genehmige. Für Firmen, die ein Kreislauf-Modell umsetzen, bedeutet es, dass durch die Langlebigkeit ihrer Produkte, Innovationen, die das Produkt noch einmal umweltverträglicher machen würden, nicht oder sehr spät umgesetzt werden
  • Oft ist die Unternehmensführung durch kurze Zeithorizonte mit der grundlegenden Änderung des Geschäftsmodells überfordert, da eine solche Veränderung meist hohe Anfangsinvestitionen mit sich bringt und Fähigkeiten von internen Mitarbeitenden übersteigen kann
  • Bei jedem Einzelnen bremst die Macht der Gewohnheit und das fehlende Bewusstsein für die Gesamtkosten eines Produktezyklus das
    Interesse an einer Umsetzung kreisförmiger Wirtschaft

Anfangen in Kreisen zu denken

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion sind untrennbar miteinander verknüpft. Werden keine kreislauffähigen Produkte angeboten, kann sie auch keiner von uns kaufen. Fordern wir diese Produkte nicht ein, wird kein Unternehmen seine Produktion umstellen.

Kreislaufwirtschaft vernetzt. Konsumenten und Produzenten. Regional wie global. Kreislaufwirtschaft zieht sich durch den gesamten Produktlebenszyklus. Von der Produktionsphase, die globale Ressourcen verwendet über die Preisbildung, die den Wert von nicht erneuerbaren Ressourcen, deren Abbau, sowie Transport und die durch die Nutzung verursachte Umweltschäden miteinbeziehen muss bis hin zur örtlichen Abfall-Herausforderung. Innovation ist hier das Stichwort. Diese Innovationen müssen vorangetrieben und geteilt werden – nicht patentiert. Initiativen des EU-Programms helfen aktuell schon dabei, globale Innovationen für eine Kreislaufwirtschaft zu tätigen, indem zum Beispiel Wirtschaftsanreize für Hersteller gesetzt werden. Doch wie gesagt: Es liegt nicht nur an den Produzenten.

Quelle: UN environment 2018

Du willst die Hindernisse angehen und die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft vorantreiben? Super, dann tu’ es!

Wir sind alle Verbraucher von Produkten und Dienstleistungen. Damit haben wir, vor allem als Masse, die Macht, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Ein Kernelement hierbei ist unsere Haltung und unser Verhalten. Lassen wir uns übermässig von Moden und Marketing beeinflussen, ohne kritisches Nachdenken und Wertschätzung unserer Habseligkeiten, bleibt es bei der herrschenden Wegwerfgesellschaft. Da der Druck der Verbraucher dann fehlt, wird kein Unternehmen, oder nur sehr wenige Idealisten, den Aufwand betreiben, ihre Prozesse kreisförmig zu gestalten.

Mir persönlich ist wichtig, dass wir das Bewusstsein für den Unterschied zwischen Linien-Wirtschaft und Kreislaufwirtschaft entwickeln. Ich möchte mich und euch alle ermutigen unsere provokative Rolle als Verbraucher wahrzunehmen und unsere täglichen Routine zu überdenken, damit wir etwas verantwortungsvollere Entscheidungen treffen. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, jedoch gibt es jetzt schon Länder, Unternehmen und Möglichkeiten, die uns dabei unterstützen.

Cradle to cradle Produkte achten auf Design und Materialien, die im Kreis genutzt werden können. “Die Produktionsverfahren, der Gebrauch und die Wiederverwertung der Produkte werden nach dem Modell gestaltet, die Qualität der Rohstoffe über mehrere Lebenszyklen zu erhalten.
Das bedeutet: Kein Abfall, alles ist zugleich Nährstoff. Die richtigen Materialien werden in definierten Kreisläufen (Metabolismen) zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt.” (Quelle: EPEA Switzerland 2018)

Wo es Cradle to cradle Produkte zu kaufen gibt? Zum Beispiel hier:

Cradlelution
Avocadostore
Trigema (Damen)
Trigema (Herren)
Climatex
Frosch Reinigungsmittel
Bauwerk Parkett
Giroflex Büromöbel

Und der Rest der Welt?

Der Aktionsplan der EU gibt zum Beispiel Ratschläge, wie man als Verbraucher Produkte und Dienstleistungen wählen kann, die besser für die Umwelt sind und gleichzeitig für Einsparungen und höhere Lebensqualität sorgen.

China führte 2006 Massnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Effizienz mit geringem Ressourcenverbrauch und der Reduktion von Verschmutzung ein, die als Pilotprojekt für eine globale Wirtschaft auf Weltebene gelten.

In Japan führte man das Konzept der Gesunden Kreislaufgesellschaft als zentralen Ansatz ein, um die Ressourcenproduktivität zu verbessern und negative Umwelteinflüsse zu minmieren.

In den Niederlande werden durch wiederverwendete Produktströme aus den Metall- und Elektrosektoren rund 16% der neuen Produkte hergestellt. Rund 81% der Produkte dieser Sektoren werden zur Wiederverwertung genutzt. (Quelle: URBACT)

In der EU wurden Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in gewerbliche Praktiken, umweltfreundliche öffentliche Beschaffung und in den Bau- und Wassersektoren integriert. In ihrem Bericht von 2017 ermutigt sie Investoren und Innovatoren dazu, das Modell Kreislaufwirtschaft zu fördern und zeigt konkrete Schritte dafür auf.

Der Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung gab aktuell einen praktischen Leitfaden heraus, der konkrete Geschäftsbeispiele und fünf wesentliche Schritte für den Übergang von einer Linien-Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft ermöglicht.

Mein Fazit

Wir scheinen uns lange genug im Kreis gedreht zu haben. Es ist an der Zeit grosse Prozesse im System zu ändern – unsere Wirtschaft in eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft umzuwandeln. Das hört sich allerdings fast schon grössenwahnsinnig an? Durch meine Recherchen für diesen Beitrag ist mir klar geworden: Es ist machbar. Jeder mit seinem Beitrag. Jeder in seinem Einflussbereich. Und wenn es “nur” beim Einkaufen ist oder ich selbst ein Produkt wiederverwende. Das Bewusstsein ist das Wichtige, denn es wird sich früher oder später in konkreten Handlungen äussern. Wenn wir Kreislaufwirtschaft als Standard unseres Wirtschaftssystems verinnerlichen, geben wir diese Einstellung unseren Kindern und alle nachfolgenden Generationen mit auf den Weg. Eine schöne Vorstellung, die mich vor Freude im Kreis hüpfen lässt 😉

Eure Kimi

Hier findet ihr noch weitere nütze Informationen zum Thema Kreislaufwirtschaft

KimiB.Good Podcast Episode #2 Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft erklärt von Raphael Fasko (Rytec)

Aktionsplan der EU zur Kreislaufwirtschaft

Kurzfilm Kreislaufwirtschaft – Moving towards a circular economy by EU Environment

Aktuelle wissenschaftliche Projekte:
Hoffmann: Towards a sustainable circular economy

Frankenberger: Laboratory for circular economy