Nachhaltiger Konsum zum Anfassen – am Event «konsumGLOBAL»

Eine Gruppe junger Personen an einem Event der Umweltagenda

Ich habe schon einmal auf die Umweltagenda, die verschiedene Events im Bereich Nachhaltigkeit in der Region Basel beinhaltet, und die «Vorbilder von heute für morgen» des Amt für Umwelt und Energie aufmerksam gemacht. Heute möchte ich dir einen bestimmten Event der Umweltagenda vorstellen, der sich für dich, deine Umwelt und den Wandel unserer Wirtschaft richtig lohnen kann.

Eine Reise um die Welt in 90 Minuten

Am 21. Oktober hast du die Chance am Event «konsumGLOBAL» in Basel unserem Konsum auf den Zahn zu fühlen. Das Ökozentrum zeigt dir von 18:00 – 19:30 Uhr durch verschiedene Angebote, welche globalen Auswirkungen unser Konsum in der Schweiz hat, was eigentlich alles in unseren Produkten drin steckt und wie du nachhaltigen Konsum konkret umsetzen kannst.

Es gibt keine dummen Fragen, wenn es um unseren Konsum und dessen Auswirkungen geht

Der Event besteht aus Diskussionen, Rollenspielen und drei Stationen, die in der Stadt verteilt sind. Du lernst Konsum-Alternativen kennen und kannst unter anderem in detektivischer Arbeit in Einzel- oder Gruppenarbeit herausfinden, welche Inhaltsstoffe in unseren Produkten stecken. 

Dein Wissen ist der Schlüssel

Um überhaupt entscheiden zu können welche Produkte du kaufen willst, und somit welche Form von Wirtschaft du unterstützen möchtest, brauchst du das Wissen über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt und den möglichen Alternativen.

Mit dem Wissen, das dir der Event vermittelt, bist du gewappnet, um deine eigenen Konsum-Entscheidungen zu treffen. Du hast es dann in der Hand – nachhaltig konsumieren oder nicht.

Alternative Konsummöglichkeiten kannst du direkt vor Ort kennenlernen

Wer steckt dahinter?

Das Ökozentrum in Langenbruck forscht und engagiert sich seit 40 Jahren für eine nachhaltige Entwicklung. Mit verschiedenen Projekten in den Bereichen Forschung und Entwicklung, sowie Bildung und Gesellschaft deckt das Ökozentrum nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft ab. Als eines von vielen Vorbildern für die Welt von morgen bietet das Ökozentrum auch ausserhalb des Events Informationen und schulische und ausserschulische Bildungsangebote rund um das Thema Nachhaltigkeit an.

Erfahre mehr über die verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit, die in der Region Basel angeboten werden, in der Umweltagenda.

Green & Fair Fashion – KimiB.Good #9

KimiB.Good Folge 9 - Sustainable Fashion

Mit Nachhaltigkeits-Beraterin Claudia Staub habe ich im Podcast über die Lieferketten der Textilindustrie gesprochen. Aber was steckt nun alles in unserer Kleidung drin?

1500 Franken geben wir durchschnittlich im Jahr in der Schweiz für unsere zweite Haut aus. Das sind ca. 15 Kilogramm und entspricht ca. acht Hemden, einem Wintermantel, einer Jacke, fünf Hosen, sechs T-Shirts, vier Pullovern, zehn Paar Socken, zehn Unterwäschegarnituren und einem Abendkleid. Doch wissen wir eigentlich was hinter unseren Kleidungsstücken steckt?

Das steckt in meinem T-Shirt

  1. Baumwollanbau: Rund 2000 Liter Wasser verbraucht die Herstellung eines T-Shirts (eine Jeans braucht ca. 7000 Liter) vom Baumwollanbau bis zum letzten Waschgang. Dabei ist vor allem problematisch, dass Baumwolle in Gebieten angebaut wird, die unter hohem Wasser-Stress stehen. In Usbekistan führt u.a. die Baumwollproduktion dazu, dass eines der grössten Binnenmeere unserer Erde, der Aralsee, 60% seiner Fläche durch Austrocknung eingebüsst hat. Zudem kommen Problemfelder wie Pestizide und Kinderarbeit beim Baumwollanbau hinzu.
  2. Spinnen: In Indien wurde die Zwangsarbeit nach dem ‚Sumangali‘-System zwar verboten, doch in ländlichen Regionen werden den “glücklichen Bräuten” (was Sumangali bedeutet) immer noch Summen für ihre Hochzeit versprochen, die sie in diesem Umfang nie erhalten. Dafür arbeiten die minderjährigen Mädchen um die 12 Stunden Tag und Nacht, können sich nicht frei bewegen, leben in den Spinnereien unter sehr schlechten Bedingungen und werden verbal sowie sexuell angegriffen.
  3. Färben: Bis zu 3500 giftige, teilweise krebserregende Stoffe, werden zur Färbung von Textilien eingesetzt. Am Tag können das bis zu 2500 Kilogramm Chemikalien sein, die in den chinesischen Fabriken ungefiltert in Flüsse, Seen und schlussendlich in unsere Meere gelangen. Teilweise kann man an der Farbe der Flüsse erkennen, welche Trendfarben in der nächsten Saison en vogue sind.

4. Nähen: Unglücke wie der Einsturz des Rana Plaza Gebäudes am 24.04.2013 in Bangladesch mit 1127 tödlich Verunglückten und tausenden Verletzten kommen zum Glück nicht täglich vor, doch die Gefahr besteht. Die schlechten Arbeitsbedingungen mit einem Lohn unter dem Existenzminimum, massiven Überstunden und teilweise lebensgefährlichen Sicherheitsbedingungen werden vor allem im Vergleich deutlich:

Quelle:
https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/themen/konsum/kleiderproduktion-modische-kleider-miserable-loehne

5. Kauf und Aussortieren: Bei einem Discounter T-Shirt bleibt denkbar wenig Lohn für Näherinnen übrig. Bei einem T-Shirt Preis von mindestens 30-40 CHF spricht man von einem gerechten Preis für ein fairgehandeltes T-Shirt. Fragt sich nur, wie man tatsächlich fairgehandelte und giftstofffreie Kleidung erkennen kann. Hierzu gibt Greenpeace gute Hilfestellung zu verschiedenen Zertifizierungen.
46’000 Tonnen Altkleider entsorgen Schweizerinnen und Schweizer jährlich. Nur 55 Prozent der ausgemusterten Ware wird als Second-Hand-Kleider verkauft. 35 Prozent verarbeiten die Industrien zu Rohstoffen, etwa Putzlappen oder Karton, und rund 10 Prozent der Kleiderspenden landen im Abfall.

6. CO2 Emissionen: Ein T-Shirt legt im Durchschnitt 20’000 Kilometer zurück, bis wir es im Laden kaufen können. Doch das ist nicht der einzige Posten, der CO2 Emissionen verursacht:

Quelle:
https://www.polarstern-energie.de/magazin/so-viel-energie-steckt-in-einem-t-shirt-wirklich/

Die guten Nachrichten

Nun wissen wir Bescheid. In einem T-Shirt zum Beispiel, steckt viel Arbeit, Energie und diverse wertvolle Rohstoffe. Warum also nicht bei meinem nächsten Einkauf oder beim nächsten Ausmisten das Kleidungsstück, das ich in den Händen halte etwas mehr wertschätzen. Und vor allem möchte ich mir in Zukunft, nicht nur bei Kleidung, zwei essentielle Fragen stellen, bevor ich entscheide: Brauche ich das wirklich? Wie viel ist es mir dann wert? Ich denke meine Kaufentscheidungen werden sich durch diese beiden Fragen wesentlich ändern.

Nicht nur bei mir hat das Wissen über Textillieferketten etwas bewegt. Die Textilindustrie ist schon länger daran, Lösungen zu entwickeln, um die Transparenz zu erhöhen und damit sozialen und ökologischen Problemen entgegenzuwirken. So wird zum Beispiel daran gearbeitet durch Digitalisierung eine ressourcenschonende Bekleidungsfertigung zu etablieren. Der Bund arbeitet in sogenannten Zukunftslabs mit Vertretern der Industrie, der Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um Ziele für eine faire und ökologischere Textilproduktion zu formulieren und umzusetzen.

Wie Claudia im Podcast erwähnt, hat sich seit dem Rana Plaza Unglück 2013 einiges geändert und Konsumentinnen wie ich sind aufmerksamer geworden, was die verschiedenen Problemstellungen im Textilbereich angeht. Allerdings bleibt noch sehr viel zu tun. Für alle die sich selbst nach nachhaltigen Modemarken umschauen wollen gibt es zum einen eine Zusammenstellung nachhaltiger Modelabels und eine Übersicht über nachhaltige Schuhlabels.

Was ich jedoch aus der ganzen Diskussion mitnehme und irgendwie am wichtigsten finde: Das Nachhaltigste ist seine Kleidung und Schuhe bewusst zu kaufen, länger zu tragen und sie durch Upcycling weiter zu verwenden.

Eure Kimi

Weitere nützliche Infos

Weniger ist mehr – Technik & Ressourcen – KimiB.Good #8 Teil 2

Reparieren statt neu kaufen lohnt sich

Im zweiten Teil meines Podcast zum Thema Technik & Ressourcen geht es weniger um den Ressourcenverbrauch bei Smartphones, wie im ersten Teil, sondern darum Dinge zu reparieren.

Gerade Smartphones werden bei uns heufig nach zwei, drei Jahren aussortiert. Dann muss das neuste Modell her. Im ersten Teil meiner 8. Folge hat mir Samuel das Shiftphone vorgestellt, das modular aufgebaut ist und man somit nicht auf technische Neuerungen verzichten muss. Obwohl man eigentlich noch ein “altes” Handy hat.

Im zweiten Teil habe ich mich mit Tore von kaputt.de unterhalten. Die Plattform ermöglicht es Handybesitzerinnen einen passenden Reparaturservice zu finden. Für alle, die es mal ausprobieren wollen, gibt es sogar einen exklusiven Gutscheincode, der 9,9% Rabatt auf die Bestellung im kaputt.de Shop bietet. Besser als nichts 🙂

Der Gutscheincode lautet: kimimeetskaputt.de

Ich habe mich aber nicht nur für die Reparatur meines alten Handy interessiert. Was ist, wenn ich andere Dinge habe, die ich reparieren könnte, es aber alleine nicht hin bekomme? Tatsächlich gibt es auch dafür eine schöne Lösung: Repair Café heisst sie. In der Schweiz sowie in Deutschland sind diese Cafés dafür da, gemeinsam Dinge zu reparieren, etwas gegen Müllberge, geplante Obsoleszenz und stetig steigenden Ressourcenverbrauch zu unternehmen – und das alles kostenlos. Ausserdem trifft man neue Leute und bekommt gute Tipps. Eine klasse Idee!

Bis jetzt habe ich noch kein Repair Café besucht, ich kannte sie ja auch nicht… aber sollte ich mal etwas reparieren wollen und weiss nicht wie, ist eines der Cafés sicher meine nächste Anlaufstelle. Probiert es doch auch mal aus. Aus eigener Erfahrung fühlt es sich ziemlich gut an, wenn man etwas repariert hat. Egal ob alleine oder mit Hilfe. Ist das gute Stück wirklich nicht mehr zu retten, kann man sich auch mit guten Gewissen etwas Neues anschaffen.

Ich wünsch’ euch auf jeden Fall viel Spass beim werkeln.

Eure Kimi

Nachhaltigkeit umgesetzt: Moni von Zero Waste Basel

Aktion am Stand von Zero Waste

Zero Waste – das dürfte mit der Weile jedem ein Begriff sein. Keinen Müll verursachen ist die Devise. Eine ganz und gar nicht einfache Ambition, wo doch alles doppelt und dreifach in Plastik, andere Kunststoffe, Papier oder Karton eingepackt ist. Moni ist Mitglied der Lokalgruppe in Basel von ZeroWaste Switzerland und eines der zahlreichen Umweltvorbilder des Amt für Umwelt und Energie Basel.

Ich habe Moni nach ihrem Engagement und den Hintergründen gefragt und ein paar sehr informative Antworten erhalten. Falls ihr noch mehr zum Thema Abfall, Abfallvermeidung und Abfallverwertung wissen wollt, hört euch meinen Podcast “Is’ doch alles Müll – I beg to differ!” an.

Was steckt hinter ZeroWaste Basel?

Moni: ZeroWaste Basel ist die Lokalgruppe von ZeroWaste Switzerland in Basel. Unser Ziel ist es die Bevölkerung zu sensibilisieren und dazu zu motivieren, ihren Abfall nachhaltig zu reduzieren. Dazu organisieren wir regelmässig Treffen und Workshops.

Aktion von zero waste Basel

Wie lange engagierst du dich schon bei ZeroWaste?

Moni: Seit Gründung von ZeroWaste Basel im Oktober 2016 und seit Anfang 2017 als offizielle Botschafterin.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich für die Reduktion von Abfall einzusetzen?

Moni: Das Thema Umweltschutz und Müllvermeidung haben mich schon lange interessiert. Kurz nachdem ich auf die ZeroWaste Bewegung gestossen bin hat sich die Gruppe in Basel gegründet und ich konnte mich dort einbringen.

zero waste Picknick

Wie läuft es heute mit ZeroWaste?

Moni: Es gibt regelmässige Veranstaltungen zum Austausch, DIY-Workshops oder andere Aspekte, die ZeroWaste betreffen. Wir haben mehr als 800 Mitglieder in unsere Facebook-Gruppe und über 300 Personen haben unsere Facebook-Seite abonniert. Das zeigt uns, dass das Thema sehr aktuell ist und die Leute Informationen zu dem Thema suchen.

Wie hat sich ZeroWaste im Laufe der Zeit verändert?

Moni: Wir haben bemerkt, dass viele Teilnehmer an den Events nicht nur den Austausch suchen, sondern auch aktiv werden wollen. Deshalb haben wir vermehrt DIY-Workshops angeboten, z.B. wie man Putzmittel, Zahnpasta oder Deo selbst macht. Zusätzlich zeigen wir neu auch nicht nur wie man Müll vermeidet, sondern auch wie viel Müll tatsächlich entsteht und was damit passiert, z.B. indem wir Touren durch die Müllverbrennungsanlage in Basel organisieren.

Aktion und Stand von Zero Waste

Gab es in der Zwischenzeit bei euch bestimmte Erfolge, die ihr gefeiert habt?

Moni: Das Thema ZeroWaste und Müllvermeidung erregt immer mehr Interesse, auch durch die vielen Bilder in den Sozialen Medien von müllübersäten Stränden und Tieren, die mit Plastik im Magen verenden. Wir erhalten dadurch vermehrt Anfragen, darüber in grösserem Rahmen zu informieren und Workshops durchzuführen. Das hilft uns das Thema weiter bekannt zu machen und ein grösseres Publikum zu erreichen.

Gab es auch Herausforderungen oder Rückschläge?

Moni: Littering ist mit Sicherheit eine der grössten Herausforderungen. Vor allem im Sommer ist es ein besonders grosses Problem, da durch Littering am Rheinbord in Basel viel Müll im Fluss landet. Bisher hat noch keine Massnahme das richtig eindämmen können.

Was machst du neben deinem Engagement bei ZeroWaste?

Moni: Frisch aus dem Mutterschaftsurlaub zurück und in verschiedenen Projekten engagiert.

Wie lässt sich dein Engagement bei ZeroWaste in dein Leben integrieren?

Moni: Sehr gut. Man muss sich gut organisieren und sich auch bewusst machen, wie viel Zeit und Energie man investieren kann und möchte. Das kann sich auch durchaus ändern. Daher ist es schön, dass wir ein tolles Team sind und uns gegenseitig unterstützen.

Zero Waste bei der Arbeit

Wo kann ich mich über eure Veranstaltungen informieren?

Moni: Auf der ZeroWaste Basel facebook Seite informieren wir über alle Veranstaltungen. Wir freuen uns immer über neue Gesichter!

Hast du einen Tipp für jemanden, der vielleicht noch nicht die nötige Motivation gefunden hat, sich in einem Bereich zu engagieren?

Moni: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns alle angehen sollte, um für uns, unsere Kinder, Geschwister, Nachbarn usw. eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Jeder kann mit ein paar einfachen Massnahmen etwas tun, ob es nun den CO2-Fussabdruck zu verkleinern ist, weniger Müll zu machen oder die Biodiversität zu fördern.

Weniger ist Mehr – Technik & Ressourcen – KimiB.Good #8

das Innenleben eines Smartphones ist oft nicht sehr nachhaltig produziert

Alter Spruch mit aktuellem Hintergrund

“Weniger ist mehr” – diesen Spruch gibt es schon unglaublich lange. Jeder hat ihn schon mal gehört. Die Hintergründe können sehr vielfältig sein. Make-Up, Dekoration, Fürsorge, sich Gedanken um etwas machen, Essen, Trinken… den Spruch kann man auch eigentlich alles anwenden – und er stimmt.

Innenleben eines Smartphones mit wertvollen Ressourcen

 

In Bezug auf Ressourcenverbrauch bekommt er allerdings eine sehr aktuelle und akute Bedeutung. Gerade im Bereich Technik, spezifischer noch bei der Produktion und dem Konsum von Smartphones, ist der Ressourcenverbrauch durch unser Kaufverhalten und die Art, wie die meisten Smartphones heute aufgebaut sind, enorm.

Unsere Smartphones hinterlassen unglaublich viel Schrott

Ein weites Feld

Das Thema Technik und Ressourcen lässt sich sehr weit fassen. Man kann von geplanter Obsoleszenz über faire Arbeitsbedingungen, Innovation, Kreislaufwirtschaft und cradle to cradle bis hin zum Thema “teilen statt kaufen”, Gemeinschaft und Werten in der Gesellschaft diskutieren. Das habe ich mit meinen Interviewpartnern Samuel von Shift und Konstantin, Projektingenieur in Uganda, auch gemacht. Hört rein und hinterlasst mir gerne eure Meinung zum Thema in den Kommentaren.

Gegenstände bis an ihr Lebensende nutzen ist nachhaltig

Weitere Infos zum Thema

Ich gebe es zu: Für einen ausführlichen Beitrag mit Recherche und packendem Text fehlt mir einfach die Zeit. Ich möchte euch aber trotzdem ein paar interessante Infos zum Thema geben, damit ihr euch selbst eine Meinung bilden könnt.

Viel Spass beim Lesen, Reinhören und vielleicht beim reparieren eures alten Smartphones 🙂

Eure Kimi

Nachhaltigkeit umgesetzt: Roger von LeNa – Lebenswerte Nachbarschaft

lebenswerte Nachbarschaft in Basel durch Verein LeNa

Bei “lebenswerter Nachbarschaft” habe ich zuerst an eine Kommune oder vielleicht auch an eine Art Wohngemeinschaft gedacht. Tatsächlich steckt aber hinter LeNa eine Wohngenossenschaft, die seit 2015 ein innovatives und durchdachtes Wohnkonzept der Zukunft vorantreibt.

Ich war neugierig und habe mich mit dem Vorbild Roger, der von Anfang an bei LeNa dabei ist, getroffen.

Roger-Portmann-Workshop zur Nutzungen des LeNa-Hauses im November 2017 | Copyright: LeNa

Das Lebensraum-Konzept LeNa integriert verschiedenste Aspekte des Zusammenlebens, Menschen und Räume miteinander. Durch das Wohnkonzept, welches auf dem Westfeld in Basel im Rahmen eines von der Baugenossenschaft wohnen&mehr realisierten Neubaus bis 2023 entstehen soll, wird Menschen, die am Zusammenleben mit Austausch interessiert sind, eine nachhaltige Nachbarschaft ermöglicht. Ok, den Begriff “nachhaltige Nachbarschaft” hab’ ich gerade erfunden.

Was ich damit meine ist: LeNa macht es möglich umfassend nachhaltig zu leben. Vom Wohnraum, über die soziale Inklusion und die Ernährung, hin zur Mobilität.

Warum braucht es LeNa?

Unsere alltäglichen Strukturen machen es einem teilweise sehr schwer in vielen Facetten unseres Lebens nachhaltig zu sein. LeNa bietet neue Strukturen, die es den Bewohner_innen ermöglichen, ohne ständigen Verzicht und Einschränkungen, ein nachhaltiges und gemeinschaftliches Leben zu führen.

LeNa nimmt die Herausforderung eines ganzheitlich nachhaltigen Lebensstils an und will damit eine Lösung für unseren übermässig grossen ökologischen Fussabdruck finden, ohne diese Lösung rein auf Verzicht und Einschränkung zu reduzieren. LeNa soll nicht weniger von allem sein – LeNa soll neues Denken und neue Strukturen bringen.

Welche Strukturen denkt LeNa neu?

Strukturen, die LeNa neu denkt und umsetzen wird, beziehen sich zum Beispiel auf die Grösse unseres Wohnraums und wie intensiv wir diesen heizen müssen, auf unsere Lebensmittel, wie und wo diese produziert werden und auf unsere Fortbewegung.

Infrastrukturen werden zusammengelegt und gemeinsam genutzt. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch soziale Vorteile. Denn nicht jeder benötigt ständig eine grosse Küche. Nicht jeder einzelne Haushalt braucht eine eigene Badewanne. Ein Raum muss nicht für immer eine einzige Nutzung zulassen, sondern kann mal Fitnessraum, mal Maler-Atelier oder Partyraum sein.

Eine Herausforderung hierbei ist das allgemeine Vorurteil, dass gemeinsam genutzte Räumlichkeiten wie Bäder oder Küchen, meist in einem schlechten Zustand hinterlassen werden, da sich keiner wirklich verantwortlich fühlt. Diese Herausforderung wird bei LeNa in die Planung miteinbezogen, doch es liegt schlussendlich auch an den Menschen, die sich für eine lebenswerte Nachbarschaft entscheiden, dieses Vorurteil zu widerlegen.

Bei LeNa wird nicht nur der ökologische Aspekt miteinbezogen, sondern der Mensch und seine Beziehungen stehen im Mittelpunkt.

Dorf-Demokratie neu entworfen

Die Bewohner sollen ihren Lebensraum selbst gestalten können. So wird bei LeNa die Nutzung der gemeinsamen Räumlichkeiten durch die Bewohner bestimmt und umgesetzt. Es gilt hierbei auch Regeln für das gemeinsame Zusammenleben selbst zu bestimmen.

Workshop zu lebenswerten Nachbarschaft
Workshop zur Nutzung des LeNa-Hauses im November 2017 | Copyright: LeNa

Effizienz gepaart mit Begegnungsmöglichkeiten

Bei LeNa geht es um Begegnungen – dann, wenn man will. Eine grosse Kantine bietet die Möglichkeit das Kochen der 77 Wohneinheiten effizient zu gestalten, sodass nicht jeder der 77 Haushalte ein eigenes Menü kochen muss, nicht 77 einzelne Kaffeemaschinen in Betrieb sein müssen und nicht 77 Personen, Familien oder Paare alleine essen müssen. Ganz nach eigenem Gusto kann man in der grossen Kantine mit den anderen Bewohnern zusammen essen, sich in eine privatere Nische zurückziehen oder das Essen mit in seine Wohnung nehmen.

LeNa-Haus Visualisierung der Hoffassade | Copyright: wohnen&mehr

Begegnungen finden bei LeNa aber nicht nur innerhalb des Wohnkonzepts statt, sondern auch nach aussen. Ein regionales Lebensmittelkonzept bietet Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben, die das frische Gemüse und Obst für alle Bewohner anliefern. Das optimiert den gesamten Prozess der Lebensmittelherstellung vom Anbau bis zum Kompost. Die Bewohner sind aber nicht nur Abnehmer der landwirtschaftlichen Produkte, sondern helfen auch bei deren Fertigung mit. Kann die Mithilfe nicht garantiert werden, wird der landwirtschaftliche Betrieb finanziell unterstützt, sodass die Produktion, trotz weniger Mithilfe gesichert ist. Stadt und Land rücken wieder näher zusammen.

Eine andere Art des Zusammenspiels von Begegnung und Effizienz zeigt sich dann, wenn sich die Lebenssituation einer Bewohnerin ändert, sie aber nicht ihr Wohnumfeld, in welchem sie gut integriert ist, verlassen möchte. Die jährliche Wohnungsbörse bietet den Tausch von Wohnungen an, ohne dass man die lieb gewonnene Umgebung verlassen muss.

Eine einfache Rechnung – die aufgeht

Um die Idee und Vorteile von LeNa zu verdeutlichen, hier ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn jeder in seiner Wohnung 2 Quadratmeter mehr Platz benötigt, um sich zu bewegen, zum Beispiel um Sport zu machen, sind das bei 77 Haushalten schon 154 Quadratmeter, die vielleicht zweimal in der Woche benutzt werden. Wenn man diese Fläche zusammenlegt, spart man Fläche ein und kann einen 50 Quadratmeter grossen Raum zur Verfügung stellen, der von allen für Bewegung genutzt werden kann. Alleine oder gemeinsam.

Der aktuelle Stand bei LeNa

Das Vorprojekt, welches intensiv von den Mitgliedern der LeNa Genossenschaft bearbeitet wurde, wird aktuell durch die Architekten und das Planungsteam von wohnen&mehr überarbeitet, damit die Lösungen abgerundet werden und ins Budget passen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 geplant und Ende 2022 soll der Bezug der Wohnungen starten.

LeNa-Haus Visualisierung der Forumfassade | Copyright: wohnen&mehr

LeNas Geschichte

LeNa besteht als Idee seit 2012 und als Genossenschaft seit 2015. Die Mitglieder waren seitdem auf der Suche nach einem Platz für ihre Idee. Die Stadt hat zu diesem Zeitpunkt die Umnutzung des Felix Platter-Areals in Basel bekannt gegeben und LeNa war so von Anfang an interessiert und involviert. Der Beginn einer wunderbaren Kooperation.

Neugierig geworden? Dann mach mit!

Auf der LeNa-Website findest du aktuelle Neuigkeiten zum Projekt und die Möglichkeit selbst ein Teil des Projekts und der Genossenschaft zu werden.

Beim LeN-Apéro, der an jedem 18. eines Monats stattfindet, erhältst du neuste Infos zum Projekt und kannst die Mitglieder kennen lernen.

Die Arbeit der LeNa-Mietglieder beruht auf dem Miliz-Prinzip. Roger arbeitet neben seinem Engagement bei LeNa in Teilzeit im Gastronomie-Bereich und schafft es Dank eines unterstützenden Umfelds sein Engagement seit Jahren aufrecht zu erhalten. Wenn auch du dich für das Projekt LeNa oder für ein anderes Projekt, welches dir am Herzen liegt, engagieren willst, gibt es immer Mittel und Wege, wie du dafür Zeit und Energie finden kannst. Wichtig ist meiner Meinung nach es nicht zu zer-denken, sondern einfach mal anfangen zu machen.

Eure Kimi

 

Weitere Informationen:
LeNa über LeNa
Neustart Schweiz
Basel Westfeld – Felix Platter Areal 

Geld ist nicht neutral – Geld, Klima und Greta – KimiB.Good #7 Teil2

Geld ist nicht neutral Podcast Teil 2

Geld, Menschen, Klima. Alles hängt zusammen.

Durch Divestment, Impact Investment und Geldanlagen in kritisch geprüfte Unternehmen, die der Gesellschaft und dem Klima einen Mehrwert bringen, können wir die Zukunft massgeblich beeinflussen. Erol, von der Raiffeisenbank, hat in Teil 1 meines Podcasts #7 “Geld ist nicht neutral” eine Einführung in das Thema gegeben. Nun folgen zwei Beispiele, die zeigen, was wir alle konkret unternehmen können, um aktiv mit unserem Geld Gutes zu tun.

Was aus einer ganz schön langen Fahrrad-Reise entstehen kann und wie es responsAbility genau schafft, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu denjenigen zu bringen, die dieses Wachstum brauchen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, erfahrt ihr im Podcast und auf der Website von responsAbility.

Um in sogenannte grüne Anlagen investieren zu können, müssen nicht unerhebliche Beträge an Investitionen von fossilen Brennstoffe abgezogen werden. Die Bewegung, die dies beschleunigt, heisst Divestment. Der Verein fossil-free unterstützt, neben vielen anderen Organisationen, dass sich institutionelle Anleger, wie Universitäten, religiöse Institutionen und Pensionskassen, von Aktien, Anleihen oder Investmentfonds trennen, die nicht ökologisch oder unter ethischen Gesichtspunkten fragwürdig sind. Über die Zusammenhänge zwischen Geld, Klima und Menschheit habe ich beim Mittagessen im schönen Café Bohemia in Basel mit Dominic diskutiert.

Gute Nachricht oder Panik

Greta Thunberg, das 16-jährige Mädchen aus Schweden, das der Klimabewegung der jungen Generation ein Gesicht gibt und alle Schüler freitags zu “Schulstreiks für das Klima” aufruft, konnte sich am WEF (Word Economic Forum) an die Welt wenden: “I don’t want you to be hopeful. I want you to panic.” Diese Aussage steht eigentlich im Widerspruch zu meinem Konzept der guten Nachrichten, mit dem ich euch zum Nachdenken und Handeln zu bewegen will. Trotzdem ist der Weg von Greta ein wichtiger und richtiger Weg. Die Dringlichkeit mit der wir ***setze hier ein beliebiges Fluchwort ein*** handeln müssen, gibt ihr bedingungslos recht. Es bleibt keine Zeit uns auf die Schulter zu klopfen und darauf auszuruhen, was wir bis jetzt geschafft haben.

Nichtsdestotrotz: Dass sich ein Mädchen, das aus gesundheitlichen Gründen eigentlich lieber mit niemandem reden würde, vor die Welt stellt und uns klipp und klar sagt, dass wir uns und unser Verhalten, unsere Überzeugungen und Lebensstile ändern müssen, um eine bessere Zukunft zu ermöglichen, ist für mich persönlich eine wunderbare Nachricht und enorm positiv für das gesamte, breite Thema Nachhaltigkeit. Sie macht ihre Generation nicht nur auf das Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel aufmerksam. Sie zeigt: Politisches Engagement kennt kein Alter.

Leidensdruck ist nötig für Veränderung

Leidensdruck, eine gewisse Panik – das braucht es um seinen Hintern endlich zu bewegen. Trotzdem habe ich, wenn ich Greta und ihre vielen Anhänger sehe, Hoffnung für die Gegenwart und für die Zukunft. Hoffnung für die Gegenwart, in der eine Generation heranwächst, die sich der prekären Situation bewusst ist, die nicht zweifelt, sondern handelt. Hoffnung für die Zukunft, in der nicht nur geredet, sondern umgesetzt wird.

Um mit Gretas guter Nachricht abzuschliessen: “Humanity as not yet failed.”

Eure Kimi

Frau hält geballte Faust in die Luft

NZZ – Greta Thunberg: WEF war kein Erfolg für das Klima
NZZ – 16-jährige Greta Thunberg am WEF: «Wir müssen den Ausstoss von Treibhausgasen stoppen.»
WEF – World Economic Forum
WWF Leitfaden für Bankkunden
Pensionskassen-Rating 2018/2019 – Inrate
Greta Thunberg: facebook ¦ Instagram ¦ Twitter

Geld ist nicht neutral – KimiB.Good #7 Teil1

Geld ist nicht neutral

Geld ist nicht neutral

Eigentlich möchte man zur Weihnachtszeit nicht unbedingt über Geld nachdenken. Die Menschen, die uns lieb sind, stehen im Vordergrund. Doch unser Geld und in was wir unser Geld anlegen (lassen) hat beträchtliche Auswirkungen auf das Klima und somit auf alle Menschen – auch die, die uns lieb sind.

sustainable investment

Warum das Thema Geld überhaupt wichtig ist

Im Zuge der Klimakonferenz in Katowice (2. – 15. Dezember 2018) wurde noch einmal die Dringlichkeit zu Handeln deutlich: Antonio Guterres (UN-Generalsekretär) machte deutlich, dass Klimawandel eine “Frage von Leben und Tod” für viele Menschen ist. Bei der 24. UN-Klimakonferenz (COP) ging es um konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad.

Doch nicht nur die Klimakonferenz in Katowice macht Druck zu handeln: In seinem Emissions Gap Report legte das Unep Ende November 2018 dar, dass die weltweiten Treibhausgas-Emissionen neue Höchststände erreicht haben. Damit rücke das Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, in noch weitere Ferne.

Dollar signs in all our eyes

Auch der Weltklimarat IPCC hatte in einem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel Anfang Oktober aufgezeigt, dass “schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen” nötig sind, um dieses Ziel noch zu erreichen und katastrophale bzw. nicht mehr vorhersagbare Klimaänderungen bis Ende diesen Jahrhunderts zu vermeiden oder zu minimieren.

Es kann gut sein, dass sich der oder die eine oder andere beim Sonderbericht des IPCC denkt: “Ja gut, Ende diesen Jahrhunderts… da bin ich eh nicht mehr da.” Dieser nach-mir-die-Sintflut-Gedanke wird wohl eher den Leuten ohne Kinder kommen aber auch für die habe ich ein paar interessante Gedanken:

2017 ging als das verheerendste Extremwetterjahr weltweit in die Geschichte ein. Um es kurz in Zahlen zu fassen: Mehr als 11.500 Todesopfer und über 375 Millarden US-Dollar (in Kaufkraftparitäten) Schäden waren zu verzeichnen. Jedes Land ist mittlerweile betroffen. Nicht nur tropische Regionen oder Regionen über die wir eher als Urlaubsziel nachdenken. Es ist vor unserer Haustür angekommen und es wird echt übel, wenn wir nichts machen. Auch noch während unserer Lebenszeit.

One Dollar better spent right

Menschen, Wirtschaft, Zukunft – alles hängt zusammen

Wer sich aber eher weniger um Menschen Gedanken macht, sondern ein Vollblut-Wirtschaftler ist: Sorry, sieht auch hier eher schlecht aus. In den nächsten Jahrzehnten wird die Weltwirtschaft deutliche Rückstösse verzeichnen (z.B. im Import-/Export-Sektor) wenn wir unsere Treibhausgasemissionen nicht entschieden und langfristig in den Griff bekommen.

Ok, vielleicht kommt langsam der “Oh shit… könnte evtl. doch unangenehm für mich werden”-Gedanke. Ja? Sehr gut. Dann hab ich euch und mir jetzt genug eingeschenkt und gehe jetzt zur Lösung und den Good News über. Denn bei all der Dringlichkeit und den katastrophalen Aussichten bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir brauchen ein Bewusstsein für das was um uns herum passiert, um handeln zu können.

Das Geld in deinen Händen

Die Schwierigkeit wirklich etwas zu unternehmen

Also, bewusst ist uns die Sache jetzt. Dann lasst uns mal was machen. Aber was? Wie? Und… meh… ich hab irgendwie kein Bock für das Klima auf mein Auto zu verzichten.

Fragt euch zunächst, wie wichtig euch das Thema Klimawandel ist und was ihr in welchem Ausmass langfristig in eurem alltäglichen Verhalten und Handeln umstellen könnt, damit das Ganze überhaupt Sinn macht. Das Thema hat mehr mit Einstellungsänderung als mit “mal kurz auf was verzichten” zu tun.

Unser Geld kann mehr – the Good News

Einen wichtigen Hebel in Bezug auf den Klimaschutz habe ich anfangs schon erwähnt: Dein Geld. Macht man sich im Bereich Finanzen vor dem Anlegen Gedanken und berücksichtigt das Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung von Unternehmen in die man investiert, kann man ordentlich Einfluss auf CO2 Emissionen, sprich auf den Klimawandel nehmen. Das kann sogar gewinnbringend für dich sein.

Landkarte Schweiz mit CO2 Emissionen visualisiert
Quelle: Beat Jans – Für einen klimafreundlichen Schweizer Finanzmarkt

Der Finanzmarkt ist zwar nicht das sicherste Pflaster aber es gibt heute genug solide Quellen die aufzeigen, dass nachhaltige Anlagen und Fonds nicht schwächer oder riskanter sind als konventionelle. Eher im Gegenteil. Produkte und Dienstleistungen aus dem Bereich Sustainable Finance haben häufig bessere Rendite-Profit-Profile und bieten ein geringeres langfristiges Risiko, vor allem wenn man die Risiken des Klimawandels miteinbezieht. Natürlich kommt es auf das einzelne Produkt an. Hierzu erfahrt ihr mehr Details im Podcast “Geld ist nicht neutral Teil1”.

Wer sich über nachhaltige Anlagen informieren möchte, kann entweder zum Experten seines Vertrauens gehen, jedoch ist es nicht verkehrt sich vorab über die eigenen Anlage-Absichten (auch hierzu mehr im Podcast) klar zu werden und sich in die Gründzüge des nachhaltigen Investierens einzulesen:

Für einen klimafreundlichen Schweizer Finanzmarkt

CRIC – Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage

Eurosif – promoting sustainability through european financial markets

Eurosif Transparenz Kodex für Nachhaltigkeitsfonds

Pensionskassen investieren nachhaltiger – Handelszeitung

Nachhaltiganlegen.ch

ToMoRRoW – nachhaltiges Girokonto fürs Smartphone

Alternative Bank Schweiz

Microfinance

Ich wünsche euch natürlich zunächst ein Geld-Gedanken-freies-Fest, einen genialen Rutsch ins neue Jahr und eine ordentliche Portion Neugier, damit ihr im Januar auch in den 2. Teil von “KimiB.Good – Geld ist nicht neutral” rein hört.

Von guten Vorsätzen halte ich nichts aber wie wär’s wenn wir versuchen bei der nächsten Geld-Gelegenheit zweimal zu überlegen 🙂

Eure Kimi

 

Nachhaltigkeit umgesetzt: Marie & Tilla von UP

Aktion vom Verein UP zur Genügsamkeit

Marie und Tilla arbeiten beim Verein UP und engagieren sich von Herzen für das Thema Genügsamkeit. Ich habe die beiden Vorbilder des Amts für Umwelt und Energie getroffen und sie zu ihrem Engagement und dem aktuellen Stand bei UP (Umweltplattform.ch) befragt.

Das Engagement von Marie und Tilla bei UP

Was beinhaltet das Projekt UP?

Zum einen organisieren wir von UP in verschiedenen Städten der Schweiz Pop-UP Events, die wir “Fun and Action Events” nennen. Das sind kurze, lustige, spannende und innovative Events zum Thema Nachhaltigkeit. Insbesondere widmen wir uns dabei dem Thema Genügsamkeit bzw. Suffizienz. Diese veranstalten wir, um möglichst viele Menschen für diesen Lebensstil zu begeistern und sie zum Nachdenken anzuregen, ohne aufdringlich zu sein oder ständig von Verzicht zu sprechen.

In kleineren Städten unterstützen wir auch Projekte der lokalen Bevölkerung zum Thema Nachhaltigkeit, das nennen wir Co-Creation. Wir helfen dann dabei, die Projekt-Ideen konkret umzusetzen, indem wir interessierte, motivierte Menschen zusammenbringen, sowie unser Know-How und unser Netzwerk zur Verfügung stellen. Diese Projekte fördern im Idealfall auch einen suffizienten Lebensstil in der lokalen Community. Wir sind aber sind natürlich auch anderen Nachhaltigkeitsthemen gegenüber offen, denn es ist uns wichtig, dass die Projekte von der lokalen Bevölkerung getragen werden.

In welchen Städten seid ihr mit euren Events tätig?

Wir sind in zwei grösseren und vier kleinen Städten unterwegs. Die beiden grösseren sind Basel und Zürich. Zu den kleineren Städten gehören Solothurn, Locarno und La Chaux-de-Fonds. In Davos waren wir auch lange aktiv.

Neben unseren fun&action Events zur Genügsamkeit unterstützen wir in den Grossstädten Projekte, die sonst kaum Unterstützung erhalten. In den kleineren Städten liegt der Fokus eher auf den Aufbau von konkreten lokalen Projekten.

Wer steckt hinter UP?

Wir sind ein Team aus 6 Frauen. Eine Koordinatorin, eine Kommunikationsverantwortliche und in jeder Region jeweils eine Eventmanagerin. Wir können aber unsere Events und Projektunterstützung nicht ohne die vielen Freiwilligen von UP auf die Beine stellen. Pro Stadt sind das von ca. 5-10 Personen, die sehr aktiv freiwillig mithelfen.

Wie lange besteht das Engagement?

Tilla und ich sind in Teilzeit bei UP angestellt. Tilla ist seit Februar 2018 als Eventmanagerin für Basel dabei und ich, Marie, bin als Kommunikationsverantwortliche seit Mai 2017 dabei.

Die Plattform UP gibt es seit dem Frühling 2016 und war zu Beginn ein Projekt der Umweltallianz, welches auch durch die Organisationen der Umweltallianz finanziert wurde. Seit 2018 finanzieren wir uns aus anderen Quellen von nationalen und lokalen Stiftungen und Ämter.

Wie kam es zum Engagement?

Uns beiden ist es wichtig, dass wir beruflich etwas machen, wohinter wir stehen können. Etwas mit Sinn. Der Umweltschutz liegt uns sehr am Herzen und auf der Suche nach einem Job in diesem Bereich und einer Organisation hinter der wir stehen können, sind wir beide, unabhängig, auf eine Stellenausschreibung von UP gestossen, haben uns beworben und glücklicherweise dürfen wir jetzt für UP arbeiten.

Heutige Situation

Wie läuft es heute mit dem Projekt?

Es läuft generell gut bei UP. Wir werden uns allerdings für nächstes Jahr an die Überarbeitung unserer Strategie setzen, um den Fokus von UP in Basel und Zürich wieder etwas klarer fassen zu können und unsere Energie zu bündeln, um unser wichtigstes Bestreben, nämlich Menschen für einen genügsamen Lebensstil zu begeistern, umsetzen zu können.

Wie hat sich das Projekt im Laufe der Zeit verändert?

Was wir im Laufe der Zeit gemerkt haben ist, dass der Prozess neue gute Ideen, für zum Beispiel Events, zu generieren viel Energie kostet und wir schon umgesetzte gute Ideen, die funktioniert haben, auch weiter verwenden könnten. Hier wird sich in Zukunft wahrscheinlich auch an der Ideen-Effizienz etwas ändern. Dadurch lässt sich auch die Wirkung unserer Events verstärken, was wiederum auf unser Ziel einzahlt.

Gab es in der Zwischenzeit Durchbrüche, Erfolge?

Ein Erfolg der nicht lange zurückliegt, ist das Oster-Eier-Event von Anfang Dezember. Wir haben uns auf der mittleren Brücke in Basel als Osterhasen verkleidet und mit spielerischer Konsum-Kritik die Passanten auf Eier-Suche geschickt. Die Eier enthielten Zeitgeschenke. Solche ein Zeitgeschenk konnten die Passanten dann auch aufschreiben und ihren Liebsten schenken. Ganz im Sinne der Genügsamkeit. Die Aktion war ein toller Erfolg, da wir im Zentrum des Konsums viele Menschen erreicht haben, die sich mit dem Thema Genügsamkeit sonst nicht auseinandersetzen. Die Aktion kam gut an und es haben viele Leute mitgemacht.

Wir schaffen es immer wieder mit solchen Events den Leuten bewusst zu machen, was Genügsamkeit im positiven Sinn bedeuten kann, ohne belehrend zu sein.

Aktion vom Verein UP zur Genügsamkeit
Legende: An unserem letzten Event in Basel haben Passanten an einer lustigen Ostereiersuche mitgemacht und Zeitgeschenke an ihre liebsten geschenkt. Somit haben wir sie auf positiver Weise auf das Thema Überkonsum
während der Weihnachtszeit aufmerksam gemacht.

Gab es auch Herausforderungen und Rückschläge?

Bei UP hängt, wie bei anderen Organisationen, die auf Freiwilligenarbeit aufgebaut sind, viel von einzelnen Menschen und ihrem Netzwerk ab. Verlässt eine Person, die eine stärkere Beziehung zu den lokalen Freiwilligen hat, die Organisation, kann es gut sein, dass viele Freiwillige abspringen. Das kann man nicht verhindern und man muss dann stark an den neuen Beziehungen arbeiten. Das ist immer wieder eine Herausforderung. Der Vorteil bei uns ist aber, dass wir kaum Verpflichtungen von den Freiwilligen einfordern, um sie nicht zu sehr zu belasten. Damit fahren wir sehr gut.

Wir haben auch gemerkt, dass man als Eventmanager/-in die Stadt in der man tätig ist, kennen muss und wissen muss, was die Stadt oder die Region benötigt.

Engagement als Beruf(-ung)

Beschäftigung des Vorbilds neben dem Engagement

Wir sind beide in Teilzeit angestellt bei UP. Daher sind wir in der angenehmen Position, dass wir neben der Anstellung bei UP auch noch Zeit für andere Aktivitäten und anderes Engagement haben.

Wie lässt sich das Engagement in das Leben integrieren?

Es ist eine Entscheidung, die wir getroffen haben. Eine Entscheidung sich für Dinge einzusetzen oder für etwas zu arbeiten, hinter dem wir stehen und was für uns sinnvoll ist. Das Geld, also der monetäre Lohn, spielt eine klar nachgelagerte Rolle. Es kommt also auf das eigene Wertesystem an. Will man sich effektiv und langfristig engagieren, muss man sich die Frage stellen: Ist mir soziales Engagement bzw. der Einsatz für den Umweltschutz wichtiger als langfristig nach monetärem Reichtum zu streben? Es kommt darauf an, was einem wirklich etwas wert ist.

Nachfrage Veranstaltungen des Vorbilds

Wir haben am 12. Dezember eine Food-Waste-Party in einem Vegi-Restaurant in Locarno veranstaltet. Dort haben wir mit “gerettetem” Gemüse eine Suppe für alle gekocht. Am 13. Dezember haben wir unseren ersten Event in Solothurn umgesetzt. Wir haben an einem Stand am Weihnachtsmarkt das Thema Zeitgeschenke vorgestellt und Workshops organisiert. Weitere Veranstaltungen finden Interessierte auf unserer Website oder auch auf der facebook Seite von UP.