Nachhaltigkeit umgesetzt: Dominic von fossil-free

Die Mitglieder von fossil free in Basel engegieren sich für Divestment aus fossilen Brennstoffen

Auch nach der Filmreihe des Amts für Umwelt und Energie (AUE) in Basel, “Kraft der Lokalen“, haben mich die Vorbilder des AUE nicht losgelassen. So viele Menschen, die sich in verschiedensten Bereichen engagieren, um eine nachhaltige Entwicklung voran zu treiben – da kann ich nicht anders: Ich habe mich mit weiteren Vorbildern getroffen und sie nach dem aktuellen Stand ihres Engagements gefragt und wie sie es schaffen es in ihren Alltag zu integrieren.

Dieses Mal habe ich mich anlässlich der zurzeit stattfindenden Klimakonferenz in Katowice mit Dominic vom Verein fossil-free getroffen.

Dominics Engagement bei fossil-free

Was beinhaltet das Projekt fossil-free?

Fossil-free ist ein Verein und Teil einer globalen Kampagne, die von der Umweltorganisation 350.org ins Leben gerufen worden ist. Wir sind in der Schweiz vor allem in Zürich aktiv. Ich bearbeite mit ein paar Mitstreiterinnen den Raum Basel mit besonderem Augenmerk auf die Pensionskasse Basel-Stadt.Es gibt auch noch Gruppen zum Beispiel in der Romandie.

Penstionskasse Basel-Stadt schluss mit fossilen Brennstoffen
Was ist das Ziel eures Engagements?

Wir wollen Divestment aus fossilen Brennstoffen gezielt lokal vorantreiben und auf wichtige Investoren wie Pensionskassen zugehen, um sie vom Divestment zu überzeugen. So können wir pro Region fokussiert vorgehen und dies überall auf der Welt bzw. überall dort, wo wir schon aktiv sind. Wir fordern von den jeweiligen Unternehmen oder Institutionen, dass sie ihre Investitionen in fossile Brennstoffe stoppen.

Wie kam es zu deinem Engagement bei fossil-free und seit wann bist du dabei?

Die Kampagne wurde 2012 in den USA ins Leben gerufen und ist seit 2015 weltweit aktiv.

Ich habe vor vier Jahren das Buch “This Changes Everything – Capitalism vs. The Climate” von Naomi Klein gelesen und gleichzeitig bin ich Vater geworden. Diese Kombination hat mich dazu angeregt aktiv zu werden. Ich bin dann durch 350.org auf die Divestment-Kampagne aufmerksam geworden und habe online nach Aktivitäten in der Schweiz gesucht. Auf der fossil-free Website bin ich dann auf den Klimatag, anlässlich der Pariser Klimakonferenz aufmerksam geworden und habe an diesem Anlass in Zürich die Vereinsmitglieder direkt angesprochen und gefragt, ob ich sie unterstützen kann. Seitdem bin ich dabei und kümmere mich vor allem darum, dass die Pensionskasse Basel-Stadt ihre Investments aus fossilen Brennstoffen abzieht.

fossil-free fordert Divestment der Pensionskasse Basel-Stadt

Heutige Situation

Wie läuft es heute bei fossil-free in Basel?

Das Projekt läuft gut und wir sind immer wieder aktiv. Natürlich gibt es Phasen, in denen wir mal mehr und mal weniger für die Kampagne unternehmen aber das liegt in der Natur der Freiwilligenarbeit. Es gab ein Jahr, in dem etwas weniger gelaufen ist und sich die Situation für den Verein weiterentwickelt hat aber nun sind wir wieder aktiv.

Wie hat sich das Projekt im Laufe der Zeit verändert?

Es gab immer wieder Schwankungen in der Anzahl von Personen, die uns unterstützt haben aber unser Kern-Team aus drei Personen ist stabil geblieben und wir sind alle immer noch sehr motiviert und aktiv. Wir freuen uns immer über Unterstützer/-innen, auch für eine etwas kürzere Dauer.

Verein fossil-free in Basel

Gab es in der Zwischenzeit Durchbrüche/Erfolge?

Ja, letztes Jahr haben wir uns an Versicherte der PKBS (Pensionskasse Basel-Stadt) gewendet und mit ihnen zusammen eine Petition auf die Beine gestellt, in der Versicherte selbst fordern, dass die PKBS aus dem Investment in fossile Brennstoffe aussteigt.

Wir haben dann eine Übergabe mit der Geschäftsführung der PKBS vereinbart und konnten uns in einem offenen Gespräch auf Augenhöhe mit ihnen austauschen, unsere Forderungen anbringen und über Divestment-Strategien diskutieren.

Ein weiteres tolles Erlebnis für mich war zu sehen, wie kurz die Wege in Basel sein können. Ich hatte Kontakt mit Politikern, die sich für das Thema einsetzen und konnte beim VPOD (Gewerkschaft für Staatsangestellte) einen Vortrag zu Divestment halten und danach wurde direkt eine Resolution verfasst, um das Thema zu unterstützen.

Gab es auch Herausforderungen oder Rückschläge?

Man muss den Druck stets hoch halten, damit sich etwas ändert. Das ist eine ständige Herausforderung, macht unsere Arbeit aber auch so wichtig. Wir agieren auch nicht alleine, sondern sind zum Beispiel Teil der Klimaallianz, in der sichviele Organisationen zusammengeschlossen haben, um den Klimaschutz in der Schweiz voranzutreiben und die sich für Divestment einsetzt. So wird der Druck aus vielen verschiedenen Richtungen aufrechterhalten. Es läuft also an den unterschiedlichsten Stellen etwas zum Thema Divestment. Unser Beitrag ist dann oft auch zu zeigen, dass die angesprochenen Organisationen/Institutionen nicht alleine sind, sondern es viele Beispiele aus unterschiedlichen Ländern gibt, welche bereits vollständig aus Investitionen in fossile Brennstoffe ausgestiegen sind (nachzulesen unter: https://gofossilfree.org/divestment/commitments/). Zudem wird die Gewichtung unserer Forderungen durch die Verbindung mit einer globalen Kampagne meist grösser.

Herausfordernd ist auch, dass die Unternehmen und Institutionen, die wir ansprechen immer auf Zeit spielen. Davon haben wir leider, was den Klimawandel betrifft, immer weniger.

Engagement als Nebenberuf(-ung)

Was machst du wenn du nicht gerade Institutionen vom Divestment überzeugst?

Ich bin Lehrer an einem Gymnasium und Vater von zwei Kindern J

Wie lässt sich freiwilliges Engagement ins Leben integrieren?

Ich würde sagen, wenn man eine Gruppe von Leuten findet, mit denen es Spass macht sich zu engagieren, dann ist es einfach das in sein Leben zu integrieren auch wenn man vollberuflich tätig ist und Familie hat. Vor allem merkt man in einer Gruppe auch, dass man gemeinsam wirklich etwas bewirken kann und vor allem schneller etwas bewegen und lösen kann. Sich in eine Gemeinschaft zu begeben, die sich einem Engagement widmet, hilft die Schockstarre zu überwinden, die man vielleicht hat, wenn man den neusten IPCC Bericht liest und einem die Dringlichkeit des Handelns bewusst wird. Zudem ist Spass beim Engagement für ein solches Thema wichtig, weil man sonst eventuell schnell frustriert ist und das Engagement nicht aufrecht erhält, was jedoch essentiell ist.

Es ist schwierig pauschal einen Tipp zu geben, wie man freiwilliges Engagement in sein Leben integrieren kann, da jeder anders ist. Ich tausche mich zum Beispiel sehr gerne mit Leuten aus, spreche aber ungern Fremde auf der Strasse an, um ihnen zum Beispiel Flyer zu geben.

Kommende Veranstaltungen von fossil-free

Im Veranstaltungskalender auf der fossil-free Website kann man sich über die aktuellen Veranstaltungen informieren.

Unabhängig von fossil-free haben ein paar Leute, die ich durch fossil-free kennengelernt habe den “Klimaznacht” ins Leben gerufen. Zu diesem Abendessen ist jeder herzlich willkommen und wir sprechen, wie der Name schon sagt, bei einem Abendessen über Klima-Themen und suchen nach neuen Ideen und Wegen aktiv zu werden.

Nachhaltigkeit umgesetzt: Esther, Samuel und die Climate Changers

Anders als bei den vorhergehenden Filmen der Reihe “Kraft der Lokalen“, “Das Wunder von Mals” mit Felix und “Zeit für Utopien” mit Aaron und Till, konnte ich diesmal direkt mit den Filmproduzenten sprechen.

Samuel, freischaffender Journalist, der sich überwiegend mit Themen in Bezug auf Umwelt und nachhaltige Entwicklung befasst, erzählte Esther, Grafikdesignerin und Filmemacherin, bei einem Mittagessen von seinem Vorhaben. Es ist 2015 und er will nach Paris, um die historische Klimakonferenz COP21 zu dokumentieren, die zu einem neuen internationalen Klimavertrag führen soll. Das Mittagessen findet zwei Wochen davor statt und Esther ist sofort Feuer und Flamme für die Idee, Samuels Vorhaben filmisch zu begleiten.

Die beiden haben nicht die offizielle Klimakonferenz innerhalb der Hallen dokumentiert, sondern die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten auf der Strasse.

Rote Rosen vor dem Eifelturm als Symbol der COP21 Bewegung

Die Klimakonferenz in den Pariser Strassen

Tausende Aktivisten, Gruppen verschiedenster Art, Workshops, Präsentationen, Flash Mobs – alles fand auf den Pariser Strassen, abseits der Diskussionen der Konferenzteilnehmer statt. Esther und Samuel zeigen in ihrem Film “The Climate Changers”, eindrucksvoll und teilweise sehr ergreifend, die Stimmen und Motive derjenigen, die Handeln und sich nicht mehr nur Gedanken machen wollen. Gedanken um ca. 26 Millionen Klimaflüchtlinge pro Jahr, gravierende ökologische Konsequenzen des Klimawandels wie Fluten, Dürren und Stürme sowie über mögliche Lösungen, die jeder Einzelne umsetzen kann.

Man hat den Eindruck, dass die Leute auf den Strassen von Paris die Dringlichkeit der Situation verstanden haben und statt nur zu diskutieren, auch handeln wollen. Und zwar jetzt.

Alle gehen auf die Strasse

Klimawandel ist schon lange kein rein ökologisches Problem mehr. Es betrifft Umwelt, Wirtschaft und Menschen in gleichem Ausmass. In diesem Zusammenhang fällt oft das Wort “Klimagerechtigkeit“.

Für Klimagerechtigkeit

Studenten, Fracking-Geschockte und –Geschädigte, Gläubige, Blogger, Journalisten, Interessierte, Engagierte, Aktivisten, Idealisten. Ihre Projekte und Motive sind so unterschiedlich, dass man kaum glauben kann, dass sie alle auf verschiedensten Wegen ein gemeinsames Ziel verfolgen und sich darüber absolut einig sind:

Für Klimagerechtigkeit sorgen und die Welt vor einer Erwärmung von über 1.5 Grad bewahren.

 

Wenn nicht wir, wer dann?

Ob “Sustaina Clause”, Zero-Waste-Aktivist aus Afrika, Ex-Politiker von den Philippinen, #muslims4climate, Gegner des Damm-Baus in Brasilien, Unterstützer der indigenen Gruppen in Indonesien oder bekannte Künstler – alle wissen um die Klima-Problematik und keiner von ihnen stellt sich überhaupt noch die Frage ob oder was man machen sollte – Lösungen müssen her.

Die Bilder, Worte und Stimmungen, die Esther und Samuel im Film “Climate Changers” festgehalten haben sind eindrücklich und motivierend. Doch im Laufe des Films kommt die Frage auf: Was bleibt davon? Wie kann diese Aufbruchsstimmung aufrechterhalten werden? Vor 3 Jahren standen alle Zeichen auf Hoffnung. Heute, kurz vor der nächsten Klimakonferenz in Polen, mit einem amerikanischen Präsident, der den Pariser Vertrag kündigen will, vielen konservativen politischen Bewegungen, die uns an eine düstere Zeit erinnern und einer Wirtschaft, die es noch nicht schafft ein langfristiges Denken zu entwickeln, machen sich Frust und Ernüchterung breit.

Für etwsa einstehen und handeln

Wenn ich so darüber nachdenke – das ist irgendwie immer so mit wichtigen Dingen. Sie fallen einem nicht in den Schoss. Man muss sich anstrengen, beharrlich sein, durchhalten. Es wird immer, in jeder wichtigen Sache unseres Lebens, Höhen und Tiefen geben. Das ist völlig normal. Wichtig ist einzig und allein nicht aufzugeben. Den Idealismus am Leben zu erhalten.

Diese – ja man könnte schon fast sagen Lebensweisheit – lässt sich auf das gesamte Leben anwenden. Auch ich muss mich immer wieder motivieren engagiert zu bleiben und mich nicht auf die faule Haut zu legen und mir dabei zu denken: “Die anderen kümmern sich schon darum.”

Es kommt darauf an, ob wir alle Climate Changers werden oder nicht

Die Euphorie von Paris mag verflogen sein, doch durch “Climate Changers” werden wir daran erinnert und bleiben motiviert. Die regionalen Bewegungen bestehen weiterhin. Esther und Samuel werden bald ein weiteres Filmprojekt abschliessen, BaselWandel wird viele weitere Projekte unterstützen, die Lebensmittelkampagne wird Kleinbauern gerechte Preise ermöglichen und der Hambacher Forst wird nicht abgeholzt.

Was einzelne Personen erreichen können, zeigen nicht nur die Vorbilder des AUE, sondern auch Esther und Samuel in ihrem nächsten Film. Die beiden haben David Höner, den Gründer von “Cuisine sans frontières” (Küche ohne Grenzen) bei seiner Arbeit in Ecuador begleitet. Sie zeigen die Zerstörung durch die Erdölindustrie im Amazonasgebiet und fragen nach möglichen Alternativen. Zugleich porträtieren sie einen Mann, der mit einer Idee, seiner Erfahrung und einem Netzwerk von lokalen Helfern Alternativen für die indigenen Gruppen vor Ort schaffen will.

“Es braucht viele kleine Teilchen, die sich bewegen, damit das Wasser zu kochen beginnt” Esther Petsche

Gesellschaftlicher Wandel vollzieht sich nicht durch ein Wochenende vollgepackt mit Demonstrationen, ein paar Klimakonferenzen oder vielen grossen Worten, die zu Lebensweisheiten zusammengeschmiedet werden.

Nein. So funktioniert das leider nicht.

Es ist, wie schon gesagt, nicht so einfach. Wandel ist manchmal leise, manchmal laut. Mal macht er grosse Sprünge, oft kleine Schritte. Das Wichtigste, was einen Wandel per Definition ausmacht, ist langanhaltende Veränderung. Ein langer Atem. Nicht aufgeben. An das glauben, was man tut und für was man sich einsetzt. Wenn wir das in unserem Leben durchziehen und der nächsten Generation glaubwürdig mitgeben können – dann denken ich haben wir alle eine Chance.

Um “Sustaina Clause” aus dem Film sinngemäss zu zitieren:
“Es geht um dich und das was du mit deinem Leben machst.”

Egal wofür euer Herz schlägt, bleibt dran!

Eure Kimi

Das Multitalent Wald – KimiB.Good #6

Froschperspektive eines Waldes

Wald und Nachhaltigkeit

Im Wald liegt der Ursprung des Nachhaltigkeits-Gedankens: 1713 veröffentlichte Carl von Carlowitz das erste forstwirtschaftliche Werk überhaupt. Carlowitz forderte darin erstmals eine vernünftige Nutzung der Wälder. Er verlangte, dass immer nur soviel Holz geschlagen werden sollte, wie durch nachfolgende Aufforstung nachwachsen könne. Die Forderung eine Ressource nur in solchem Ausmass zu nutzen, dass sie sich eigenständig wieder regenerieren kann, also nicht übernutzt wird, liegt heute jedem, zumindest ökologischen Nachhaltigkeits-Gedanken zu Grunde.

Landschaftsfoto eines Waldes in dem Bergen

Der Wald ist mehr als ein Naherholungsgebiet – Ökosystemdienstleistungen

Im Wald begann also der Wandel hin zur Nachhaltigen Entwicklung. Jedoch hat der Wald nicht nur deshalb für mich persönlich eine grosse Bedeutung. Ich habe gefühlt meine halbe Kindheit in Wäldern verbracht, dort Tiere und Pflanzen beobachtet, im Dreck gespielt und meiner Fantasie freien Lauf gelassen.

Der Wald bietet jedoch viel viel mehr als nur Erholung und Spielstätte. Der Wald ist Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen und Tiere und trägt damit massgeblich zur Biodiversität bei. Die Leistungen, die der Wald für uns erbringt, lassen sich gut mit den vier sogenannten Ökosystemdienstleistungen beschreiben. Diese Leistungen umfassen alle den Menschen Nutzen stiftenden Wirkungen ökologischer Systeme.

  • Versorgungsleistungen: Der Wald stellt uns natürliche Ressourcen zur Verfügung, wie zum Beispiel Holz und Nahrung.
  • Regulierungsleistungen: Der Wald reguliert das Klima und den Wasserhaushalt weltweit und sorgt für die natürliche Reinigung von unserer Luft.
  • Unterstützende Dienstleistungen: Der Wald bildet unter anderem durch die herunterfallenden Blätter, die durch Mikroorganismen zersetzt werden, einen Teil des Bodens und liefert damit Nährstoffe für neue Pflanzen, Bäume, Organismen und Tiere. Die Bäume sorgen durch die Festigung des Bodens durch Wurzeln und ihre Stämme für Schutz vor zum Beispiel Lawinen und Erdrutsche. Die wichtigste unterstützende Dienstleistung des Waldes bzw. der Bäume ist aber sicherlich die Primärproduktion. Die Primärproduktion ist vereinfacht gesagt die Produktion von Biomasse (Pflanzenwachstum) durch Pflanzen und Bäume mithilfe von Sonnenlicht. Dieser biochemische Prozess  bildet die Basis für den organischen Kohlenstoffkreislauf, also auch die Kohlenstoffspeicherkraft des Waldes und läuft im Wald über die Photosynthese ab. Bei der Photosynthese wird Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt, die wiederum zum Aufbau von Kohlenhydraten mittels CO2 und Wasser verwendet wird. Um hier abzukürzen und es zu vereinfachen kann man sagen, dass die Photosynthese für unsere Nahrung und unseren Sauerstoff sorgt. Also ziemlich wichtig.
  • Kulturelle Dienstleistungen: Dieser Punkt beinhaltet den Freizeit- und Erholungswert eines Waldes.

Allein durch die Betrachtung der Leistungen eines Waldes wird deutlich, wie wichtig Wälder für unser Überleben sind.

Speziell für die Wälder in der Schweiz gibt es noch weitere Zahlen und Fakten.

Nahaufnahme einer Pflanze an einem Baumstamm

Veränderung der Waldflächen

Die Fläche an Wald, die Europa und andere Teile der Welt bedeckt, hat sich jedoch im Laufe der Zeit stark geändert. Nach grossen Abholzungswellen im Mittelalter haben sich die Waldflächen in Europa ab 1900 vergrössert. Über das 20. und 21. Jahrhundert hat sich die Waldfläche in Europa um 1/3 vergrössert – wahrlich eine gute Nachricht. Man hat, auch dank Carlowitz, nicht nur erkannt, dass die Wälder und somit die Ressource Holz geschont werden muss, sondern hat auch das Material Holz in manchen Produktionen durch moderne Materialien ersetzt. Durch anhaltende Aufforstung und Umstrukturierungen der Agrarpolitik ergrünt Europa aufs Neue.

Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Die neuen Wälder sind ökologisch gesehen verarmt. Sie beherbergen weniger Arten, durch das anhaltende Wachstum unserer Städte werden natürliche Lebensräume voneinander getrennt und das Asphaltieren versiegelt den Boden, sodass Wasser nicht mehr versickern kann und es häufiger zu Überschwemmungen kommt.

Wald mit Nebel

Wald und Klima

Abgesehen von der Artenvielfalt hat das Wachsen und Schrumpfen unserer Wälder einen direkten Einfluss auf unser Klima, durch Austausch von Kohlenstoff mit der Atmosphäre. Wälder nehmen COdirekt aus der Atmosphäre auf, um zu wachsen. Bei der sogenannten Veratmung geben sie einen Teil davon wieder ab, weitere Teile werden bei der Verrottung von Pflanzenteilen freigegeben. Bäume, die wachsen nehmen mehr Kohlendioxid auf, als sie abgeben. Bei absterbenden Bäumen oder durch Abholzung und Brandrodung wird jedoch mehr CO2 frei als zuvor von den Bäumen verbraucht wurde.

Vorgänge der CO2 Speicherung im Wald
Quelle: Wiki Bildungsserver 2011

Unterschiedliche Wälder – Vegetationszonen

Wenn wir über das globale Klima sprechen, reicht es allerdings nicht, nur über den Europäischen Wald zu sprechen. Es gibt unterschiedliche Arten Wälder auf der Welt – je nach Vegetationszone:

Weltkarte mit Vegetationszonen
Quelle: Wikipedia 2007

Es gibt Wälder, die durch ihre aktuelle Übernutzung eine grosse Gefahr für unser globales Klima darstellen. Dazu gehören der Regenwald im Amazonasbecken, Regenwälder in Asien, vor allem Indonesien und die Borealen Wälder die von Alaska und Kanada über die skandinavischen Länder bis nach Russland an das Beringmeer reichen und nach dem Regenwald das zweitgrösste Waldökosystem der Welt darstellen.

Im Amazonasbecken und Indonesien ist der Regenwald durch konkrete Gefahren bedroht:

  • Ausweitung der Rinderzucht
  • Industrielle Produktion von Soja, Palmöl, Papier und Zellstoff
  • Eisenerz und Holzkohle für industriell genutztes Eisen
  • Errichtung von Staudämmen zur Stromproduktion

Flugfoto der Auswirkungen von Waldrodung in Indonesien

Die Borealen Wälder werden zzt. nicht nachhaltig abgeholzt um die industrielle Forstwirtschaft voran zu treiben, Öl zu fördern, Papier, Verpackungen und Bauholz herzustellen. Hier wird nicht auf die, durch die nördliche Lage, längere Wachstumszeit von neuen Bäumen geachtet. Besonders dramatisch daran ist, dass nicht nur Bäume sondern auch der Waldboden dadurch zerstört wird. Der Boreale Waldboden speichert 95% des gesamten Kohlenstoffvorkommens der Erde. Tauen die Böden durch Zerstörung und Übernutzung wird dieser Kohlenstoffspeicher aufgelöst und der Klimawandel in enormem Ausmass vorangetrieben. Quelle: Greenpeace 2018

Aussicht über einen borealen Wald

Rund 31 % der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – davon liegt mehr als die Hälfte in nur fünf Staaten (Russland, Brasilien, Kanada, USA und China). In weltweit 50 Staaten war im Jahr 2015 mindestens die Hälfte der Gesamtfläche bewaldet, ebenfalls 50 Staaten gelten als waldarm (< 10 %). Die weltweiten Waldverluste schreiten seit Jahrzehnten voran. Allerdings hat sich das Tempo verringert: Während in den Jahren 1990 bis 2000 im Durchschnitt noch 0,18% des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen (7,3 Mio. ha), waren es im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 jährlich 0,08% (3,3 Mio. ha). Dabei sind die Tropen – insbesondere in Südamerika und Afrika – am stärksten betroffen. Seit 1990 ist hier eine Fläche in der Größe Mexikos verloren gegangen (195 Mio. Hektar). Quelle: bpb 2018

In Europa hat ein Umdenken stattgefunden und es schreitet, wenn auch langsam, voran. Erfolge werden sichtbar. Dieses Umdenken muss sich global ausweiten um weitere negative, wenn nicht katastrophale Auswirkungen zu vermeiden. Das Umdenken nicht einfach ist, ist klar – aber niemand hat gesagt, dass es einfach ist die Welt zu retten.

Ein Besuch im Wald

Ich will mit diesen Fakten kein Gefühl der Hilflosigkeit vermitteln. Doch mir ist es wichtig, nachdem ich diese Fakten recherchiert habe, dass ich sie uns allen ins Bewusstsein rufe. Was ihr damit anfangt ist natürlich eure Sache aber vielleicht regt es dazu an, beim nächsten Kauf, der mit Holz oder Produkten wie Palmöl oder Soja zu tun hat, zweimal nachzudenken.

Foto von einem Weg im herbstlichen Wald

Um zurück zu dem Wald vor unserer Haustür zu kommen, möchte ich euch bestärken: Geht raus, stattet dem Wald in eurer Umgebung einen Besuch ab und geniesst ihn in vollen Zügen. Damit wir ihn alle geniessen können, lohnt es sich aufeinander Rücksicht zu nehmen und gewisse Spielregeln einzuhalten, damit wir alle lange etwas von unserem Wald haben.

Ich bin dann mal spazieren 🙂
Eure Kimi

 

Weiterführende Link

Doku-Serie – Unsere Wälder (TerraX)
Zertifizierung im Wald – FSC und PEFC
Wald Schweiz – Verband Waldeigentümer
Waldflächen in der Schweiz 
Ab in die Wälder – Schweizer Tourismus
Wald und Holz – Bundesamt für Umwelt

Nachhaltigkeit umgesetzt: Aaron, Till und die Utopien

Zeit für Utopien bei BaselWandel

Mein zweiter Beitrag der Serie „Nachhaltigkeit umgesetzt“ bezieht sich wieder auf einen Film,   den ich zusammen mit Aaron und Till vom Verein BaselWandel im Quartiertreffpunkt Lola gesehen habe. Auch diese Filmvorführung mit anschliessender Diskussion wurde vom AUE (Amt für Umwelt und Energie Basel) organisiert. Die Filmreihe heisst “Die Kraft der Lokalen – Filme und Gespräche übe die Welt von morgen” und endet am 24. Oktober mit der letzten Vorführung, ebenfalls im Lola.

BaselWandel ist ein Netzwerk, das Begegnungen schafft. Für Leute mit Ambitionen und Projekten aus verschiedenen Kontexten, die sich austauschen und einander unterstützen wollen. Der Verein versteht sich auch als offene Plattform für die Umsetzung von Ideen, die sich auf Vernetzung, Information oder Unterstützung beziehen. Somit fördert der Verein viele kleine Utopien, die alle im Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung stehen. Im Verein sind zurzeit ca. 80 Personen und 10 Organisationen Mitglied.

BaselWandel lässt sich gut über drei Säulen beschreiben:

  1. Vernetzung von verschiedenen Organisationen und Aussenstehenden, um Synergien und Inspiration zu schaffen.
  2. Informationsplattform, um die Öffentlichkeit über die Projekte und Organisationen zu informieren. Zu diesem Zweck gibt es bald einen neuen Webauftritt vom Verein mit Organisationsprofilen und Beschreibungen der einzelnen Projekte.
  3. Unterstützung durch Räumlichkeiten, Know-How und mittelfristig auch durch Workshops bieten.

Auf die Frage, wie die beiden ihr Engagement bei BaselWandel mit ihrem Beruf unter einen Hut bekommen, haben beide eine klare gemeinsame Antwort: Es braucht Leidenschaft und Herzblut. Ohne das wird man sich nicht dauerhaft einsetzen, da es einem kein wirkliches Anliegen ist.

Zeit für Utopien gibt es bei BaselWandel zum Beispiel jeden ersten Montag im Monat in der Müllheimerstrasse 77, 4057 Basel. Dann werden Projekte vorgestellt und in einer offenen Runde diskutiert. Man bekommt neue Inputs und kann sein Netzwerk ausbauen. Mich werdet ihr dort sicher auch demnächst treffen können 😊

Weitere Veranstaltungen sind gerade in Planung. Am besten abonniert ihr den BaselWandel Newsletter oder schaut auf der BaselWandel facebook Seite vorbei, denn da läuft in naher Zukunft einiges!

Film ab! Revival der Kleinbauern

Nein, der Film philosophiert nicht über eine Welt, in der alles rosig ist und die wir wahrscheinlich nie erreichen werden. Im Gegenteil. Der Film zeigt ganz konkret, wie eine etwas utopischere, im Sinne von bessere, Welt heute schon aussieht.

Der Film beginnt mit der Geschichte einer Aussteigerin. Eine ehemalige Angestellte, die nicht mehr damit weitermachen konnte sich für einen Konzern und dessen Produkte aufzuopfern. Stattdessen stellte sie irgendwann ihr eigenes Wohl und das einer Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Sie begann einem Bauer-Ehepaar bei der Bewirtschaftung ihres Hofladens und ihrer Ziegenherde zu helfen. Sie sieht glücklich aus. Das kann natürlich täuschen. Immerhin ist es ein Film. Doch die Sätze die fallen bleiben lange in meinem Gedächtnis:

Ich will Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems.

Sie beschreibt ihre jetzige Situation nicht mit dem Wort „Verzicht“, sondern mit „innerem Reichtum“.

Der Film geht über zu weiteren Beispielen, in denen die Menschen etwas anders machen. Sich nicht vom vorherrschenden System mitreissen lassen, sondern ihr eigenes Ding durchziehen. Egal ob Ex-Angestellte aus Bayern oder knapp 3 Millionen Bewohner aus Südkorea: Sie alle unterstützen kleinbäuerliche Strukturen und sorgen für faire Preise, sodass die Kleinbauern und Fischer ihre biologischen Anbaumethoden weiter fortsetzen können. Diese fairen Preise sind vor allem dann möglich, wenn Verbraucher und Erzeuger direkt in einen Verarbeitungsbetrieb investieren – ohne Mittelsmänner/-frauen. Die Marge ist dann nämlich nicht der wichtigste Faktor, der jede Handlung bestimmt.

Zusammen leben

Nicht erst seit dem Pariser Abkommen ist einer breiteren Bevölkerung klar, dass die CO2 Reduktionsleistungen, die wir umsetzen müssen, um katastrophale Auswirkungen zu mindern, ein enormes Umdenken verlangen. Das was wir vollbringen müssen, um unsere Welt für unsere Kinder und deren Kinder zu erhalten, ist mit dem heutigen System und mit dem heute immer noch vorherrschenden Denken nicht umsetzbar.

Die Kalkbreite in Zürich zeigt eine alternative Art des Zusammenlebens, die im wahrsten Sinne des Wortes „zusammen leben“ bedeutet. Mehr gemeinschaftlicher als privater Raum, die allgemeine Ablehnung ein Auto zu besitzen und Entscheidungen, die gemeinsam für die Gemeinschaft getroffen werden. Für manche hört sich das tatsächlich nach Utopie an. Mich hat es zunächst kurz abgeschreckt. Ich mag es, mich zurückziehen zu können, keine Verpflichtungen anderen gegenüber zu haben und nicht alles immer erst diskutieren zu müssen, bevor entschieden wird. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um Dinge, die alle betreffen. Wenn ich mir das klar mache, macht es absolut Sinn in einer Gemeinschaft zu leben. Natürlich gibt es auch hier, wie überall, Vor- und Nachteile, doch es scheint, als ob die Vorteile für die Bewohner klar überwiegen.

Wenn ich so weiter darüber nachdenke: Wie cool wäre es mit meinen besten Freunden in einem Mehrfamilienhaus oder mehreren Häusern nebeneinander zu wohnen. Da wär‘ ich sofort dabei. Man kann sich gegenseitig helfen, zusammen feiern und Projekte umsetzen – und wenn man mal die Nase voll hat, zieht man sich einfach in seine eigenen 4 Wände zurück. Wie viel einfacher es dann zum Beispiel wäre Kinder aufzuziehen… wie früher, als man noch in Familiengemeinschaften mit mehreren Generationen zusammengelebt hat.

Post-Wachstums-Ökonomie & Kooperativen

Es fallen auch komplexe Wörter im Film „Zeit für Utopien“. Zum Beispiel Post-Wachstums-Ökonomie. Eine sympathische Frau erklärt in den „heiligen Hallen“ der Frankfurter Börse, dass der Kapitalismus an sein Ende kommen wird. Sie sieht nicht aus wie ein Hippie oder ein Punk. In Ihrer Stimme liegt Sicherheit und Bestimmtheit. Sie verdeutlicht: Die Brücke zwischen Kapitalismus, der durch knappe Ressourcen keine Zukunft hat, und Post-Wachstums-Ökonomie ist zurzeit noch nicht modelliert. Noch einfacher gesagt:

Der Bremsweg ist nicht bekannt. Nur dass wir bremsen müssen weiss jeder.

Durch diese Wissenslücke entsteht Unsicherheit, denn eine Vollbremsung hätte eine sehr grosse Wirtschaftslücke zur Folge.

Eine Bewegung, die sich an vielen verschiedenen Orten zeigt, könnte den Bremsweg einleiten: Kooperativen. Im Film wird eine Teefabrik in Frankreich gezeigt, die um ihre Selbstverwaltung gekämpft und gewonnen hat, zudem begleitet man eine Mitarbeiterin von Fairphone auf ihrem Weg zu verschiedenen Kooperativen in Afrika. Diese beiden Beispiele zeigen mir: Moderne Produktionsbedingungen, in denen die Aufgaben und Umstände von oben diktiert werden, entfremden die Menschen von ihrer Arbeit.

Joachim Bauer, Neurowissenschaftler, erklärt das im Film mit dem Wort „Resonanz“.

Resonanz erfährt man, wenn man als Handwerker ein Produkt herstellt und das Ergebnis betrachtet – oder wenn Menschen kooperieren.

Kooperation ist das Schlüsselwort in diesem Film. Ob kooperiert wird, damit man mehr Selbstbestimmung im Job erlangt, man statt 30% faire 95% des Goldpreises erhält, welches im weiteren Verlauf in Smartphones eingebaut wird oder eine gemeinschaftliche Landwirtschaft aufbaut, wie die Gemeinschaft „Ochsenherz“ in Wien – Kooperation ist eigentlich unser default setting, unsere Standardeinstellung.

Menschen sind intuitiv kooperativ.

So Joachim Bauer.

Erst durch Angst und übergreifender Konkurrenz werden wir zu Egoisten. Dabei startet eine Abwärtsspirale, denn diese Rahmenbedingungen erzeugen Dauerstress und wir wissen unterbewusst, dass wir durch egoistisches Handeln die Welt ruinieren.

Das leuchtet mir ein. Ich bin keine Maschine. Du auch nicht. Wir brauchen Zufriedenheit in unserem Leben und zwar auf einer anderen Ebene als Profit.

Fazit: Her mit den Utopien!

Ohne Utopien oder Vorstellungen von Utopien und Menschen, die daran glauben und dafür kämpfen hätte es wohl nie die Abschaffung der Apartheid gegeben, keine Gleichberechtigung und auch keine Vereine wie BaselWandel.

Für Aaron ist Konsens ein guter Startpunkt für Utopien. Till stellt in seiner persönlichen Utopie den Menschen in den Vordergrund: Andere als Menschen sehen. Unabhängig von ihrer Rolle und der jeweiligen Situation.

Wir brauchen Utopien, denn dabei kann eine andere, bessere Welt entstehen.

Noch eine Chance auf „Kraft der Lokalen“

Ich würde mich freuen euch beim letzten Film der Filmreihe „Kraft der Lokalen“ zu treffen. Der Eintritt ist gratis und die Atmosphäre sehr gemütlich und inspirierend:

Mittwoch, 24.10.2018 „The Climate Changers“

Bis Mittwoch und immer schön utopisch bleiben,

Eure Kimi

Nachhaltiger Tourismus – KimiB.Good #5

Foto von Kelvin Zyteng vom Oeschinensee in der Schweiz

Fernweh vs. Heimatliebe

Der Sommer nähert sich nun langsam dem Ende und damit auch die Urlaubs-Hochsaison. Viele Leute, mit denen ich diesen Sommer gesprochen habe, waren auf der ganzen Welt unterwegs. Ich nicht.

Habe ich etwas verpasst? Werde ich langsam alt, weil ich gerne Heimaturlaub mache? Nein. Also ja. Jeder wird alt. Und sicherlich habe ich gewisse Dinge verpasst. Im Umkehrschluss haben alle, die weiter weg geflogen oder gefahren sind auch etwas verpasst. Und auch die werden alt.

Letztes Jahr habe ich zwei Kurzurlaube in Irland und in Marokko gemacht. Ich hatte eine sehr gute Zeit und es war spannend mal etwas anderes zu sehen. Allerdings war ich auch jedes Mal froh wieder zu Hause zu sein.

Da die Schweiz meine Wahlheimat ist, weiss ich genau warum ich hier lebe. Der Hauptgrund sind die natürlichen Gegebenheiten. Viel Wald, viele Berge und Seen. Für dieses Jahr habe ich mich daher dazu entschlossen, meinen Urlaub in der Schweiz, evtl. noch in den umliegenden Ländern, zu verbringen. Das hat diverse persönliche Vorteile für mich. Es ist aber auch nachhaltiger, als in ein Flugzeug zu steigen, um Entspannung an einem anderen, weit entfernten Ort zu suchen, oder nicht?

Haus am Arnisee vor einem Berg

Ferien und Transport

Die Wahl des Verkehrsmittels ist nicht ganz einfach. Es kommt auf viele verschiedene Faktoren an wie z.B. ob wir allein oder zu viert im Auto sitzen. Versucht man aber alle möglichen Faktoren von Anfang, z.B. Stromerzeugung für den Zug, bis zum Ende, z.B. Auswirkungen der Kondensstreifen beim Flugverkehr, zu berücksichtigen, schneiden Eisenbahn und Reisebus (durch seine hohe Auslastung bzw. Anzahl Mitfahrer) am besten ab.

Rückseite eines VW Busses, in dem jemand auf einer Matratze liegt

Schweizer/-innen sind ganz weit vorn wenn es ums Fliegen geht. Ich treffe kaum einen Schweizer oder eine Schweizerin, die nicht einmal im Jahr einen längeren Flug auf sich nimmt, um die Ferien möglichst weit entfernt der Heimat zu verbringen. Dabei ist die Schweiz so ein traumhaftes Urlaubsland. Hier macht Heimaturlaub wirklich Freude und ist abwechslungsreich: Fährt man ins Tessin ist man gefühlt in Italien. An der französischen Grenze sprüht alles vor französischem Charme und die Deutschschweiz überzeugt mit unzählbaren Aktivitäten, ob im Flachland oder in den Alpen. So, nun aber genug der Werbung für die Schweiz als Urlaubsland. Wer dennoch fliegt: Je länger der Aufenthalt, desto besser und gegen die verursachten Flug-Sünden gibt es Ablass: Der CO2 Ausstoss des Flugs kann berechnet und dann durch Unterstützung durch in- oder ausländische Projekte kompensiert werden.

Froschperspektive eines fliegenden Flugzeugs im Wolkenhimmel zwischen Hochhäusern

Nachhaltiger Tourismus – mehr als Umweltschutz

Abgesehen vom eher technisch anmutenden CO2 Ausstoss – wie kann ich sicherstellen, dass ich aus meiner Reise keine kleine Umweltkatastrophe mache? Kann ich in meinem Urlaub vielleicht sogar ganz einfach soziale Projekte vor Ort unterstützen? Wo bekomme ich die Informationen darüber her? Ein paar von diesen Fragen habe ich versucht zu beantworten, denn wahrscheinlich zieht es mich irgendwann auch wieder mal ins Ausland.

Während meiner Recherchen bin ich auf den Begriff “Nachhaltiger Tourismus” gestossen. Was ist das aber genau und wie macht man das?

Nachhaltiger Tourismus bedeutet nicht, in den Wald hinter’m Haus zu gehen, dort Bäume zu umarmen und sich dadurch entspannter zu fühlen. Nein.

Touristen auf einer Brücke in einer Schlucht

Wie bei nachhaltiger Entwicklung generell, beschränkt sich nachhaltiger Tourismus nicht nur auf den ökologischen Effekt, also den Effekt des Tourismus auf die Umwelt, sondern bezieht auch wirtschaftliche und soziale Aspekte mit ein. Dieses sogenannte drei Säulen Modell erläutert Robert vom Schweizer Tourismus Verband im Podcast noch etwas genauer.

Einen wichtigen ökologischen Aspekt, den auch Rahel von Trash Heroes Schweiz und Andrea von Surf Soul Adventure in Marokko unabhängig voneinander ansprechen, ist Abfall. Beide bieten Touristen und Einheimischen an, mit ihnen den Abfall, der teilweise vor Ort produziert wird, zum Grossteil aber angeschwemmt wird, aufzusammeln. Mehr dazu erfahrt ihr auch im Podcast.

In Bezug auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit gibt es eigentlich etwas ganz Einfaches zu berücksichtigen, wie mir Robert erklärt: Lokal kaufen. Seien es Produkte oder Dienstleistungen. Je lokaler das Angebot, desto eher unterstützt man direkt die Region und ihre Bewohner.

Eine Landkarte, die von einer Frau auf einem Holzsteg festgehalten wird

Beim sozialen Engagement wird es etwas komplizierter. Soziale Nachhaltigkeit ist für mich persönlich am schwierigsten zu fassen, denn wenn ich die Umwelt vor Ort nicht mit meinem Abfall belaste oder sie sogar von Abfall befreie und die lokale Wirtschaft unterstütze, indem ich einen Tauchlehrer aus der Region engagiere, sind das für mich Aktionen, die auch zur sozialen Nachhaltigkeit zählen.

Sozial engagiert – wirklich?

Soziales Engagement kann auch anders verstanden werden.

Ehrenamtliches Engagement als Volunteer ist als Voluntourismus bekannt und nimmt in seiner heutigen Ausprägung, im Gegensatz zum klassischen ehrenamtlichen Engagement, nicht gerade hilfreiche Züge an. Warum? Die Freiwilligeneinsätze sind per se lobenswert, jedoch geht der Trend zu immer kürzeren Aufenthalten und Voluntourismus wird nun überwiegend von Profit-Organisationen organisiert. Der Unterschied? «Etwas Gutes tun» ist im hier eine Ware, die durch die Touristen gekauft wird. Die Wertvorstellungen hinter Voluntourismus und ehrenamtlichem Engagement sind grundverschieden.

Wer das soziale Engagement und die Empfänger der Hilfe in den Vordergrund stellt, macht sicherlich keinen Fehler, sich in den Ferien sozial oder für Naturschutz zu engagieren. Wenn es einem aber wirklich ein anliegen ist, wird man sich nicht mit einem Kurzprojekt zufriedengeben, geschweige denn um die halbe Welt fliegen, um sich dann in Costa Rica für den Naturschutz einzusetzen…

Köpfchen einschalten – soziale Nachhaltigkeit und soziales Engagement haben viel mit gesundem Menschenverstand zu tun. Als Tourist kann man damit anfangen, sich nicht unbedingt wie daheim zu benehmen, sondern wie ein Gast und einen guten Eindruck von sich als Tourist und dem jeweiligen Herkunftsland zu hinterlassen.

Ich wünsche euch auf jeden Fall für die nächsten Ferien viele schöne Eindrücke, egal wo!

Eure Kimi

Weitere Infos zum Thema

Trash Hero World neu auch in Freiburg, Deutschland
Alternativen zum Massentourismus in Österreich
Label-Übersicht
Fremdenverkehrsbilanz der Schweiz
Jugendherbergen in der Schweiz
Nachhaltig reisen – Artikel von nachhaltigleben.ch
Portal fairunterwegs.org mit u.a. spezifischen Infos zu verschiedenen Ländern
Die Schweiz bekommt nicht genug vom Fliegen – TagesAnzeiger
Nachhaltiger Tourismus für die Schweizer Alpenregion – ETHeritage
15 Tipps für nachhaltigen Urlaub – Utopia.de
5 Tipps für sanften Tourismus – Bellevue NZZ

Nachhaltigkeit umgesetzt: Felix & das Wunder von Mals

Bauer auf meinem Traktor im Sonnenschein

Eine vorbildliche Sache

Ein Ziel von KimiB.Good ist der Austausch mit “Umsetzern”, wie ich sie nenne. Das heisst Austausch mit Menschen, die sich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung engagieren oder ihren Lebensstil darauf ausrichten. Egal wie.

Ich will von diesen Leuten lernen, erfahren, wie genau man sich engagieren kann, was es bringt und wie man es in seinen Alltag einbauen kann. Diesen Austausch möchte ich mit euch allen teilen, denn je mehr Menschen den eigenen Lebensstil nachhaltiger gestalten, desto besser für uns alle und unsere Umwelt.

Durch meine Recherchen und Kontakte bin ich mit dem Amt für Umwelt und Energie in Basel (AUE) ins Gespräch gekommen. Das AUE hat ebenfalls das Ziel Menschen vorzustellen, die sich engagieren, etwas bewegen und sich für die Welt von morgen einsetzen.

Wir ziehen also am selben Strang.

Daher möchte ich in der Serie “Nachhaltigkeit umgesetzt” mit den Vorbildern für die Welt von morgen, die das AUE auf ihrer Website vorstellt, über ihr Engagement sprechen und herausfinden, was es heisst Nachhaltigkeit auf vielen verschiedenen Wegen umzusetzen.

Logo Vorbilder für die Welt von morgen

Von den Vorbildern will ich vor allem wissen, wie sie es schaffen sich im Alltag zu engagieren, motiviert zu bleiben und was Fallstricke und Erfolgsfaktoren ihres Einsatzes für die Nachhaltigkeit sind. Natürlich sollen die Antworten uns allen Nutzen stiften: Informieren, Neugier stillen, Tipps verbreiten und motivieren.

In den ersten drei Beiträgen dieser Serie werden ich auch kurz auf den Film eingehen, den ich zusammen mit den jeweiligen Umsetzern (oder Vorbildern, wie das AUE sie nennt) im Zuge der Filmreihe “Die Kraft der Lokalen – Filme und Gespräche übe die Welt von morgen” gesehen habe.

Das Wunder von Mals

Der Film, den ich zusammen mit Felix von der Lebensmittelkampagne gesehen habe, dreht sich um ein, wie die Malser im Film selbst sagen, kleines gallisches Dorf in Mitten von Pestizid-bestäubten Apfelplantagen.

Die Problematik in Mals ist folgende:

Innerhalb der letzten 50 Jahre haben sich Wiesen in Felder mit Monokulturen verwandelt, der konventionelle Anbau hat Einzug gehalten und mit ihm der recht freizügige Gebrauch von Pestiziden, die nicht unbedingt alle verwendet werden dürften. Die umliegenden Bio-Anbau-Felder bekommen davon durch Wind und Witterung natürlich auch gratis etwas ab. Mit der Folge, dass die Bio-Produkte der Bio-Bauern plötzlich nicht mehr Bio sind.

Das Problem weitete sich in Mals allerdings weiter aus: Da nicht nur die Bio-Pflanzen, sondern auch die Menschen, die dort leben, gefährdet waren bzw. sind, wollte man das Dorf von Pestiziden befreien. Man wollte und will immer noch zeigen, dass es auch mit Bio geht. Dass die Versorgung und die Wirtschaftlichkeit nicht darunter leiden.

“Einfach uns mal vorausgehen lassen.”
Johannes Fragner-Unterpertinger, Apotheker in Mals

Dieser vorbildliche Gedanke passt allerdings nicht jedem in den Kram. So eskalierte der Konflikt zwischen Vertretern des Bio-Anbaus bzw. des Pestizid-freien Anbaus und den Verfechtern der konventionellen Landwirtschaft nicht nur juristisch, sondern auch auf sehr unschöne, persönliche Art. Menschen wurden bedroht, Eigentum zerstört. Und das nicht von der Pro-Bio Seite…

“Wir lassen nicht locker. Auf keinen Fall.”
Johannes Fragner-Unterpertinger, Apotheker und sogenannter Kopf des Widerstands

Der Film zeigt sehr schön, dass selbst die Bewohner eines zurückhaltenden, bescheidenen Dörfchens wie Mals, die einfach in Ruhe die Schönheit ihres Tals geniessen wollen, bereit sind für eine Sache einzustehen, wenn sie davon überzeugt sind. Mals konnte 2016 durch Abstandsregeln die Anwendung von Pestiziden in Mals verhindern. Allerdings ist dieses Verbot von Pestiziden seit April 2018 wieder ausser Kraft.

Filmvorführung im Park

Das Wunder von Mals ist also eigentlich eher die Ausdauerleistung von Mals. Oder wie es im Film genannt wird: “Der Malser Weg”.

Setzt auf Bio: Felix und seine Lebensmittelkampagne

Dranbleiben ist die Devise und der einzige Weg zu langfristigem Erfolg – nicht nur in Bezug auf Nachhaltigkeit. Mals will ein Vorbild sein und mit dem Bio-Anbau in eine nachhaltige Zukunft starten. Sie wollen etwas anders machen und anderen zeigen, dass es geht.

So auch die Vorbilder des AUE: Felix kennt die Problematik von konventioneller Landwirtschaft im Vergleich zum Bio-Anbau. Vor allem aus Griechenland. Dort bezieht er überregionale Lebensmittel wie z.B. Öl und bring sie in die Schweiz. Ohne Pestizide versteht sich.

Abbildung von biologisch angebautem Olivenöl aus Griechenland

Was genau das bringt?

Durch Felix erhalten die Bio-Bauern aus Griechenland vom Abnehmer, also Felix, mehr für ihr Bio-Öl und wir können das wertvolle Produkt dann zu einem normalen Bio-Preis hier bei uns kaufen.

“Meine Vision ist eine regionale und saisonale Ernährung an jedem Ort dieser Welt zu ermöglichen und Lebensmittel anderer Orte direkt von ausländischen Höfen zu beziehen” Felix Schröder

Auf Lebensmittel und im speziellen auf die Problematik, dass man keinen Bezug zum jeweiligen Bauer hat, von dem die überregionalen Lebensmittel stammen, ist Felix durch eine Lebensmittelgemeinschaft und Diskussionen mit dieser Gemeinschaft gekommen.

Wie aber schafft es Felix sein Engagement für biologisch angebaute, überregionale Lebensmittel in seinen Alltag zu integrieren und was macht er sonst noch so nebenbei? Erfahren habe ich von Felix, dass er sich seit 4 Jahren voll seinem Engagement widmet, mit dem Ziel, davon auch Leben zu können. Zurzeit ist das noch nicht der Fall und wenn das Einkommen nicht da ist, muss natürlich der Lebensstandard angepasst werden.

Felix hat das sehr schön als “von einer 5-sterne Villa in eine 3-sterne Villa umziehen und das Frühstück nicht mehr ans Bett bekommen, sondern sich am all-inclusive Buffet satt essen” bezeichnet. Will wohl meinen, dass es ihm immer noch gut geht und man auch nicht unbedingt jeden Luxus-Schnick-Schnack braucht.

Spass bei Seite: Felix wird in den nächsten Monaten noch einen ausgedehnten Logistik-Versuch starten und Mitte nächsten Jahres entscheiden, ob die Lebensmittelkampagne für ihn auch beruflich eine Zukunft darstellt oder (wieder) zu einem Hobby wird. Das heisst auch, dass sich Felix neben diesem Hobby anderen Dingen zuwenden kann. Was diese anderen Dinge sind, konnte mir Felix noch nicht sagen. Eines ist allerdings sicher: Es hat mit der Welt für morgen zu tun. Eine Rückkehr zu seinem erlernten Beruf, Flugzeugtechniker, kommt für ihn nicht in Frage.

“Ich hatte den Luxus mich ein paar Jahre voll auf mein Projekt konzentrieren zu können.”
Felix Schröder

Für Alle die sich auch in Projekten engagieren wollen empfiehlt Felix zunächst auszuloten, wie gross die persönlichen Kapazitäten dafür sind. Sprich, wie viel ist einem das Engagement oder das Projekt wert, wie viel Zeit kann man investieren und ist man eventuell auch bereit zurückzustecken und eben von der 5-Sterne Villa in eine 3-Sterne Villa zu ziehen. Klar ist: Es gibt für jede Kapazität auch eine Möglichkeit etwas für die Welt von morgen zu tun. Selbst wenn es kleine Schritte sind wie Müll zu trennen oder einen Kompost anzulegen.

Ich für meinen Teil kann euch auf jeden Fall empfehlen auch bei der Filmreihe des AUE vorbeizuschauen. Der Eintritt ist gratis und die Atmosphäre sehr gemütlich:

11.09.2018 Bike vs Cars
18.09.2018 Transformance
21.09.2018 Vorbilder für die Welt von morgen
17.10.2018 Zeit für Utopien
24.10.2018 The Climate Changers

Ich werde mir die Filme “Zeit für Utopien” und “The Climate Changers” anschauen und wünsche allen, die auch vorbei schauen viel Spass und würde mich über ein nettes Schwätzchen mit euch freuen – was so viel heisst wie: Ich bin dankbar für jede Meinung zu meinem Blog und dieser Serie 😉

Eure Kimi

The big picture: Climate change – KimiB.Good #4

schmelzende Eisberge im Wasser

Here’s the podcast!

My last podcast episode and article are related to food topics and how food production and consumption are linked to sustainability. I have noticed that our food system has major impacts on our climate. And so has our waste system as well as our whole economic system.

It seems essential for me to step back and take a look at the bigger picture.

For me, climate change is the big picture when talking about sustainability. In the course of the 2030 Agenda for Sustainable Development, the UN set 17 global goals in 2015 – the Sustainable Development Goals. These goals are a UN initiative and aim to transform our world towards a more sustainable development. They are all interlinked and almost all goals link somehow to climate change.

As you might guess, climate change is a huge topic and it is necessary to define what is meant by talking about that term.

What are we talking about

Climate change, global warming, weather, climate – they seem to tell us the same story but they refer to events with broadly different spatial- and timescales.

“Weather refers to atmospheric conditions that occur locally over short periods of time—from minutes to hours or days. Familiar examples include rain, snow, clouds, winds, floods or thunderstorms. Remember, weather is local and short-term. Climate, on the other hand, refers to the long-term regional or even global average of temperature, humidity and rainfall patterns over seasons, years or decades.” (Source: NASA, 2018)

Global warming includes upward temperature trend across the earth since the industrial revolution in the early 20th century, due to the increase in fossil fuel emissions. Worldwide the average surface temperature has gone up by about 0.8 °C since 1880, relative to the mid-20th-century baseline (of 1951-1980).

Climate change covers a broad range of global phenomena, which add heat-trapping gases to our atmosphere. These phenomena include the increased temperature trends described by global warming, but also encompass changes such as sea level rise, ice mass loss in Greenland, Antarctica, the Arctic and mountain glaciers worldwide, shifts in plant blooming and extreme weather events.

Climate change. Facts.

There are actually a lot of facts on climate change. I will present a summary of 10 facts which might illustrate the urgency to act for all of us.
To all sceptics: Right below the facts, I will shortly explain how science and the scientific methods work. Sure you can still deny the existence of human caused climate change but you might feel a little lonely and stubborn at some point. Nevertheless, the decision is up to you. Personally, I do not doubt the existence of climate change and that humankind plays an essential role.

a grafitti saying I do not believe in global warming half swamped

97 percent: The percentage of scientists who agree that warming trends over the past century are very likely caused by human activity.
But it is always a good idea to take a look at the opposite view: form your own opinion on scientific consensus.

1950: Year when atmospheric CO2 levels broke records from the previous 400,000 years, sharply rising and continuing to grow.

8 inches: Rise in global sea levels over the last century. The rate of rise has nearly doubled in the last two decades.

Meer mit Eisschollen

16: Number of record-breaking hottest years since 2000. 2016 was the hottest year yet.

1.5 degrees: The average worldwide temperature increase in Fahrenheit compared to a century ago.

400 parts per million: Average concentration since 2016 of CO2 in the atmosphere, compared to 275 PPM for past 400,000 years.

9: The 9 most explosive fires in America’s history have all occurred since 2000, with 2015 having the biggest fire (10.1 million acres burned) in American history.

Forest fire

19th century: When the heat-trapping nature of CO2 was first demonstrated.

30 percent: The increase in acidity of the world’s oceans.

$180 billion: Estimated economic losses to the United States by end of the century if no action is taken on climate change

beach with a lot of trash

How to get to these facts

How do scientists know about climate change and the facts mentioned above? The way scientists work, in a nutshell, is called “the scientific method“.

This method is the gold standard for exploring everything around us and apparently humankind. It’s the process that scientists use to understand everything from animal behavior to the forces that shape our planet—including climate change.

The process includes the following steps:

  1. Form a hypothesis (a statement that an experiment can test)
  2. Make observations (conduct experiments and gather data)
  3. Analyze and interpret the data
  4. Draw conclusions
  5. Publish results that can be validated with further experiments (rinse and repeat)

These steps may vary from discipline to discipline but overall these are the steps to gather scientific knowledge. And not only by going through them one time. The more observations are done, the more data is gathered the better is the scientific understanding and the more valid are the drawn conclusions.

Referring to climate change, I did not count the numbers of studies which deal with global warming and climate change issues but there are consensus studies which prove that the scientific consensus on whether climate change is happening and humankind is a major contributor is between 90 and 100%.

Using the scientific method, scientists have shown that humans are extremely likely the dominant cause of today’s climate change. It all starts in the late 1800s. In 1958 Charles Keeling of the Mauna Loa Observatory in Waimea, Hawaii, started taking meticulous measurements of carbon dioxide (CO2) in the atmosphere, showing the first significant evidence of rapidly rising CO2levels and producing the Keeling Curve  climate scientists know today.

Keeling Kurve die den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre anzeigt

Whether or not you belief in the scientific method and their conclusions, something is happening with our planet and it tends to be more extreme than everything humankind has experienced so far.

… and in Switzerland

The climate in Switzerland varies a lot due to altitude and season but there are certain changes which can only be explained in terms of the increase in greenhouse gases. According to MeteoSwiss, there are three critical changes for Switzerland so far:

  1. Average annual temperature increased around 2°C since 1864 (as by 2018)
  2. There has been significantly less snow since the 1980s
  3. Changes in precipitation are becoming apparent
a graph which shows the climatic changes of Switzerland
Figure 1: The temperature series from Basel since 1755 demonstrates that the Swiss climate is subject to strong fluctuations. In the first 200 years of the measurement series, the fluctuations were primarily due to natural causes. In the last few decades, temperatures have broken through the bandwidth of long-term, natural fluctuations in an upward direction (climate change). The graph shows deviations in °C from the 1864-1900 mean.

Myths about climate change in a nutshell

There might be even more myths than facts about climate change. I’ll try to collect some of the more important myths and provide short and precise enlightenment.

  1. “CO2 is not a pollutant. It’s a GREEN gas which plants, crops and trees need to grow.”
    Yes, plants need CO2 for photosynthesis as humans need oxygen for respiration. In fact, the world’s forests store and cycle huge amounts of carbon. However, there’s a limit to the amount that they can absorb, and with deforestation increasing this limit is getting lower. It’s not the nature of CO2 that causes problems; it’s the quantity: there hasn’t been this level of CO2 in the atmosphere for 800,000 years.
  2. “Climate change has been here AT LEAST 5 million years.”
    In its basic sense this statement is true. Climate change is currently happening to an extent that cannot be explained by natural factors alone. Global temperatures have been rising for over a century, accelerating in the past 30 years, and are now the highest since records began. The global scientific community widely agrees that the warming we are experiencing is man-made.
  3. “A few degrees is nothing.”
    During the last ice age, which ended 12,000 years ago, the world’s average temperature was only 4-5°C cooler than it is today. Yet those few degrees have made a drastic difference: parts of Britain were under a mile of ice, and sea levels were about 100 metres lower than they currently are. Just a few degrees can have very dramatic effects, and what’s happening now is at a far greater rate than we’ve ever seen. To avoid the worst impacts, all nations agreed to the 2 degree (or even 1.5 degree) treshold in the Paris Agreement.
  4. “Wind farms and solar are expensive and inefficient. Nuclear, coal and oil are the only realistic way to provide for our energy needs.”
    Solar power has been the cheapest form of energy generation (per unit of energy generated) for a long time and onshore wind costs about the same as gas. Some great news over the past decade is that the costs of renewables have fallen faster than predicted. By the way, nuclear power is the most expensive one. However, the most important measure is energy efficiency. Technology like double glazing and loft insulation may not sound glamorous, but it reduces our bills and helps save the planet at the same time.
  5. “Everything is affected by climate change, but things adapt!”
    Nearly true. We all know about the adaptation part since we heared about Darwin’s natural selection rule. But there is a tiny difference to the statement in the headline which changes a lot of its meaning: Everything is affected by climate change, and some things adapt. To survive, life on earth has two options: Move or adapt. If you cannot adapt and there is no suitable habitat for you left, you die. And in the end, this rule applies if you are a plant, an animal or a human being.
  6. “Global warming was made up as a way to make money.”
    Oh come on! There are so many easy ways to make money. Tobacco, alcohol, weapons and allegedly necessary consumer goods for example. Do you really think “they” would do such an effort? No way.
  7. “The only way this planet will survive is us humans getting wiped out.”
    I cannot deny that I may have had this thought too at some point. But isn’t is a bit cowardly to ruin something and give up afterwards? Now comes the hardest part. Doing it right. So roll up your sleeves and get it done, chicken.

The good news

Even if we reduce our carbon footprint and reach the goals of the Paris Agreement, our past has its effects we cannot stop. However, Carbon Dioxide Removal (CDR) technologies are on the rise and, as we have seen in history before, technology is able to develop in major leaps if the conditions are right. Sure the conditions are not yet in favour of everything which tackles climate change but we are making progress. Politically, economically and most important in our thinking and awareness.

For more concrete CDRs, please read Jacob Devaney’s article “Good News About Climate Change!”.

As you may have experienced while trying to achieve a goal together with other people, the first thing to be set is cooperation. By working together, we can pave a path forward to a future in which businesses rely on renewable energy, cities rethink waste disposal and transportation, and communities and individuals take simple actions to save the planet.

Cheers,
Kimi

Further links

https://www.ted.com/playlists/78/climate_change_oh_it_s_real

https://www.wwf.org.uk/effectsofclimatechange

https://www.weforum.org/agenda/2017/01/tech-innovations-save-us-from-climate-change/

Climate Change – KimiB.Good #4

Floes swimming in the sea

 

Here’s the atricle!

In this 4th episode of KimiB.Good, I would like to talk about the big picture. In terms of sustainability, climate change seems to me like the big picture because nearly every sustainable development goal is linked to climate change. These goals were set by the United Nations to transform our world towards a more sustainable development.

This time I joined and interviewed innovate project leaders at the Climate Lounge Pad Boot Camp and asked them about their project scope, their motivation and their learnings. I also moderated a round table at the 3rd Basel Sustainability Forum and asked experts and students to answer some of my questions concerning climate change.

Climate Launchpad

The Climate Launchpad is the world’s largest green business ideas competition. The mission is to unlock the world’s cleantech potential that addresses climate change. The competition creates a stage for those ideas and it is split into the submission, the Boot Camp and the finals where the participants pitch their projects to a interdisziplinary jury.

My interview partners at the Climate Launchpad Boot Camp are:

Elena Eigenheer – Youtrition
Briac and Jonathan –  hiLyte-Power
Bhupinder and Bejal – Green Data by Swiss Vault Systems
Nathalie Fickenscher-Carbonelle – fermentaya 

3rd Basel Sustainability Forum

The Basel Sustainability Forum is an annual conference, covering different sustainability topics year by year. In 2018 the conference in Basel presents the current status of research and policy on climate change in Switzerland and beyond, and it addressed some controversial topics, such as the pricing and consumption of fossil fuels affecting pathways towards decarbonization, the right of developing economies to follow their own development path, the competition between economic interests and their social or environmental consequences, and a certain competition between a global climate change agenda and the 2030 Agenda for Sustainable Development.

Hope you’ll enjoy the interviews and thanks in advance for your comments.

Cheers,
Kimi

Man ist was man isst – KimiB.Good #3

Grosser Burger in dem ein Messer steckt

Hier geht’s zum Podcast!

Essen ist etwas Wundervolles. Zumindest für mich. Ich esse sehr gerne gut und bin davon überzeugt, dass eine gesunde Ernährung essentiell für ein aktives und glückliches Leben ist. Warum? Weil Essen die älteste und damit bewährteste Medizin ist. In Kombination mit Bewegung werden Körper und Geist fit gehalten und das Leben begibt sich in eine positive Aufwärtsspirale. Natürlich nicht nach einer Woche, einem Monat oder einem Jahr. Da heisst es dran bleiben!

Ich möchte euch aber keinen Vortrag über mehr Sport und 5 Portionen Gemüse oder Früchte am Tag halten. Ehrlich gesagt, ich bin kein grosser Früchte-Fan. Ich möchte über Nahrung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit sprechen. Natürlich ist es auch nachhaltig, gesund zu essen und sich damit gesund und fit zu halten.

Gemüse und Eier auf einem Holz-Schneidebrett mit Messer und Pfanne
Foto von Kathie Smith via unsplash.com

Nahrung und Nachhaltigkeit ist ein unglaublich grosses Thema. Mir fallen da direkt Themen wie Veganismus, Urban Agriculture, Fleisch-Konsum, grosse Handelsfirmen, Fair Trade, Lebensmittelverschwendung, aber auch Greenwashing, der Bauern-Laden hier um die Ecke oder die Kräuter auf meinem Balkon ein. Ihr seht, dieser Beitrag könnte enorm lang werden. Dazu fehlt mir allerdings leider die Zeit.

Ich möchte vielmehr auf zwei Mythen eingehen, die mir sehr oft begegnen und einen grossen Einfluss haben. Sollten euch andere Fragen zum Thema Ernährung und Nachhaltigkeit auf dem Herzen liegen, hoffe ich, euch mit den ganz unten aufgeführten Links weiterhelfen zu können.

Mythen & Fakten

Ein Mythos, der sich sehr hartnäckig hält und der mir immer wieder zu Ohren kommt, ist:

Vegetarier und Veganer bekommen durch den Verzicht auf Fleisch zu wenig Proteine.

Proteine sind wichtig, ja. Vor allem, wenn man viel Sport treibt und zum Ziel hat, Muskelmasse aufzubauen, was durchaus erstrebenswert ist, da Muskelmasse auch im Ruhezustand Kalorien verbrennt. Eine der grössten Studien zu diesem Thema hat allerdings gezeigt, dass es nicht Proteine sind, die Veganern oder Vegetariern fehlen, nein. Sie bekommen täglich, wie Fleisch-Esser auch, mehr als nötig. Ein anderer Nahrungsbestandteil ist das Problem: Ballaststoffe.

Eine reichhaltige Gemüse-Auslage
Foto von Ja Ma via unsplash.com

Ballaststoffe finden sich ausschliesslich in pflanzlicher Nahrung: Fleisch, Eier, Milch, Fast Food… All das enthält keine Ballaststoffe. Vom gesundheitlichen Aspekt her gesehen, geht es also nicht darum, ob man Fleisch, Fisch, etc. isst oder nicht, sondern wie viel und was man sonst noch alles isst.

Bleiben wir kurz beim Fleischkonsum. Ein äusserst populäres und oft heftig diskutiertes Thema. Ich persönlich esse Fleisch und Fisch. Von Blutwurst bis  zu Meeresfrüchten. Alles Geschmackssache. Nichtsdestotrotz kann ich meine Augen nicht vor den Fakten verschliessen:

Metzger, der ein Stück Fleisch festhält, das auf einer Ablage liegt
Foto von Armando Ascorve via unsplash.com
  • vor 100 Jahren haben wir nur halb so viel Fleisch verzehrt
  • Um die Massen an Fleisch zu produzieren, halten wir die Tiere oft in Tier-unwürdigen Massentierhaltungen und pumpen sie mit Medikamenten voll, damit sie dieses Leben bis zum Schlachttag durchhalten – nicht wirklich lecker
  • 1 kg Steak benötigt durchschnittlich 15000 Liter Wasser für Futterpflanzen, das Tränken der Tiere und zum putzen der Ställe
  • Zum Vergleich: 1 kg Brot benötigt 1300 Liter Wasser – im Hinblick auf die Ressource Wasser, die für viele Menschen immer knapper wird, eine ziemliche Verschwendung
  • Abwasser und Dünger der Futterfelder verunreinigen unser Grundwasser mit z.B. Nitraten und senken den Sauerstoffgehalt, sodass z.B. Flussmündungen zu Todeszonen für Tiere werden – und unsere Trinkwasserquelle Nr.1 ist unser Grundwasser
  • Das Problem mit den weitreichendsten Auswirkungen ist das Futter: Soja
  • Für Soja als Viehfutter wird v.a. in Lateinamerika der Regenwald abgeholzt – was schrecklich für die Biodiversität der Erde ist, aber auch die “grüne Lunge” der Erde zerstört und somit jedem Einzelnen von uns schadet
  • Soja wird als Monokultur angepflanzt, die durch Dünger und Pestizide wunderbar wächst, ist der Boden aber einmal überlastet, muss neuer Regenwald geholzt werden, um neue Felder zu errichten
  • Die Kleinbauern, die z.B. in Lateinamerika Landwirtschaft betreiben werden oft von ihrem Land vertrieben, um für grosse Soja-Farmen Platz zu machen oder es lohnt sich für sie nicht mehr selbst anzubauen. Sie werden zu Arbeitnehmern der Grossfarmen und arbeiten dort für einen Hungerlohn und unter schlechten Arbeitsbedingungen. Folge: Die Armen werden ärmer, wenige werden reich.
  • Die Nutztierhaltung setzt mehr Klimagase frei als alle Transportwege der Welt zusammen
  • Der Hunger weltweit wird durch den Futteranbau verstärkt, indem das Land nicht für Nahrung für den Mensch, sondern für das Vieh genutzt wird:
    • 1 ha Futterpflanzen können ca. 2 Personen mit Fleisch ernähren
    • 1 ha Gemüse kann ca. 1 Familie ernähren
    • 1 ha Kartoffeln kann ca. 1 Fussballmannschaft ernähren
  • Der Platz für unser Essen wird durch steigenden Fleischkonsum immer knapper und die Bevölkerung der Erde wächst gleichzeitig – der Hunger steigt
  • Last but not least zerstört Fleischkonsum Märkte in Ländern, die auf den Aufbau von diesen Märkten angewiesen sind: Da in Europa vor allem Pouletbrust gerne gegessen wird und der Rest des Poulets eher nicht, wird dieses tiefgekühlt nach Afrika verschifft und dort günstiger als die regionalen Produkte verkauft – die lokale Bevölkerung kann nicht mehr von Viehzucht leben
Kühe auf einer Weide im Sonnenuntergang
Foto von Stijn Te Strake via unsplash.com

Ja, es gibt mehr als genug negative Fakten zum Fleischkonsum. Trotzdem esse ich Fleisch. Warum? Ist es Gewohnheit, Kultur, Starrsinn? Egal was es ist. Die Fakten sprechen für sich und ob es einem passt oder nicht, Veränderung ist mehr als angebracht. Ist ja nicht so, als würden wir verhungern, wenn wir weniger oder gar kein Fleisch mehr essen.

Es gibt hierbei aber auch eine gute Nachricht: Sojafutter ist das Problem, welche unglaublich viele negative Wechselwirkungen hat. Essen wir Fleisch, das mit biologisch angebautem Futter produziert wurde, fördern wir, dass die Tiere wieder Gras auf der Weide essen, statt Soja in Pallet-Form. Wird diese Art der Tierhaltung gefördert, stellen wir uns als Nachfrager gegen Massentierhaltung, begünstigen eine weitaus geringer Produktion an Fleischprodukten und verhelfen dem Preis für Fleisch auf eine angemessenere Höhe. Fleisch in der Schweiz z.B. gilt als besonders teuer. Ja, das ist es auch. Aber ich sag’ euch, es schmeckt mir direkt doppelt so gut, wenn ich weiss, dass es hier von der Weide kommt und ich mit dem Preis die Arbeit wertschätze, die dahinter steckt.

Zum Abschluss zu diesem Thema: Wenn Tier, dann alles! Unsere Grosseltern haben alles vom Tier gegessen. Es wäre ihnen nie in den Sinn gekommen zu sagen: “Ih, Rinderzunge finde ich eckelig. Das esse ich nicht.” Probier es aus! Zum Beispiel bei Mark + Bein in Basel oder deinem Metzger um die Ecke.

Interaktive Grafik zum Fleischkonsum

Ein Mythos, der hoffentlich bald gegessen ist:

Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Lebensmitteln nicht mehr geniessbar.

Das-stimmt-einfach-nicht! Bitte den Kopf einschalten. Oder in diesem Fall eher Nase, Augen und Zunge. Vertraut euren Sinnen und testet die Produkte, bevor ihr sie wegwerft. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf einem Produkt ist lediglich eine Hersteller-Empfehlung, die aufgrund von Erfahrungswerten und rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben wird. Es ist kein Verfallsdatum. Verpackte Lebensmittel müssen diese Kennzeichnung tragen. Mit Mindesthaltbarkeitsdatum ist der Zeitpunkt gemeint, bis zu dem das Lebensmittelunternehmen garantiert, dass das Produkt bei richtiger Lagerung und geschlossener Verpackung seine spezifischen Eigenschaften behält (z. B. Geschmack, Aussehen, Konsistenz, Nährwerte …). Ist ein Verbrauchsdatum angegeben (Bei z.B. rohem Fleisch und Fisch, sowie Rohmilch) sollte man sich allerdings daran halten, da die Lebensmittel nach Ablauf dieses Datums gesundheitsschädlich sein können.

Frontalansicht eines Kühlregals mit Käseprodukten
Foto von Igor Ovsyannykov via unsplash.com

Lebensmittel zu testen, bevor sie endgültig im Abfall landen lohnt sich, denn:

  • 1/3 aller Lebensmittel geht verloren – sogenannter Foodwaste – das entspricht 300kg pro Person pro Jahr x 770’000 Einwohner/-innen in der Schweiz = 2’310’000’000 kg
  • Die Europäische Kommission schätzt dass in der EU pro Person und Jahr 173 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen werden. Das macht insgesamt 88 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
  • 53 % aller weggeworfenen Lebensmittel gehen dabei auf das Konto der privaten Haushalte. In einem durchschnittlichen Haushalt wird ein Viertel der eingekauften Lebensmittel weggeworfen, vieles davon ungeöffnet.
  • 30 % landen bei Landwirtschaft und Produzenten im Müll, 12 % in der Gastronomie und 5 % im Handel.
Quelle: foodwaste.ch 2018

Noch ein paar gute Nachrichten zum Schluss

Die Diskussion um Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit ist nicht neu und es gibt zum Glück schon viele Massnahmen, die uns bewusster essen lassen (sollten). Zum Beispiel gibt es in vielen Städten Unternehmen, die ihre Reste spenden oder Privatpersonen, die ihre nicht benötigten Lebensmittel in sogenannten Fairteilern zur Verfügung stellen. Ein schönes Beispiel ist die App “toogoodtogo“, die es ermöglicht, Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Ein Interview mit Franzi von “toogoodtogo” könnt ihr euch im Podcast zu dieser Folge anhören. Auch politisch bewegt sich etwas: Zürich hat sich mit 60% der Stimmen für eine nachhaltige und faire Ernährung ausgesprochen und dies in den Grundsätzen verankert. Auch Detailhändler wie Coop wissen schon länger, dass sie eine grosse Verantwortung zu tragen haben und nehmen diese wahr. Insgesamt scheinen wir auf einem guten Weg zu sein. Trotzdem liegt es an jedem Einzelnen die weitere Verbesserung selbst in die Hand zu nehmen.

Aufsicht auf drei angerichtete Küchlein verziert mit Früchten rund um den Teller
Foto von Toa Heftiba via unsplash.com

Mein appetitliches Fazit

Es ist natürlich jedem selbst überlassen, was er oder sie isst. Mit einem guten Gewissen schmeckt es allerdings einfach besser. Ich tausche mich sehr gerne mit meinen vegetarischen und veganen Freunden aus und muss sagen, dass deren Rezeptideen sehr bereichernd sind. Gerade was die Vielfalt angeht. Ich kann jedem von euch empfehlen, sich der vegetarischen und veganen Küche zu öffnen und einfach mal zu experimentieren. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch eurem Magen und ganzen Körper. Ich für meinen Teil werde nach meinen Recherchen zu diesem Artikel noch bewusster Fleisch und sicherlich auch weniger davon essen. Die Herausforderung wird sein, dass auch langfristig umzusetzen und zur Gewohnheit werden zu lassen. Fleisch ist für mich wieder zu einer Delikatesse geworden, die ich mir bewusst gönne. Bezogen auf andere Lebensmittel möchte ich die nachhaltigen Möglichkeiten nutzen, die mir zur Verfügung stehen. Ich möchte mir ein Gemüse-Abo der Nuglar-Gärten holen, ein paar eigene Gemüsesorten wie Tomaten und Peperoni auf meinem Balkon anpflanzen und mehr Zeit fürs Einkaufen einräumen, damit mir die Hektik keinen Strich durch die Rechnung macht.

Tomatenstrauch mit Tomaten in verschiedenen Reifestadien
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Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Lasst es euch schmecken, egal auf welche Art und Weise. Aber denkt dran: Man ist, was man isst. Bon Appetit!

Eure Kimi

Weitere Infos und Links

Nahrung & Nachhaltigkeit – KimiB.Good #3

Grosser Burger in dem ein Messer steckt

In der dritten Episode von KimiB.Good geht es um Nahrung und Nachhaltigkeit. Ich habe mit Experten und Umsetzern aus verschiedenen Lebensmittel-Bereichen gesprochen und euch die Interviews mit spannenden Fakten, nützlichen Infos und inspirierenden Einsichten zusammengestellt.

Meine Interviewpartner sind:

Viel Spass beim Zuhören und natürlich freue ich mich über eure Kommentare!

Eure Kimi